Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

Unsere Maid März 20, 2006

Gespeichert unter: Auswandern, Deutsche im Ausland, Expat, Thailand — thaimo @ 6:38

Unsere Maid ist die beste auf der Welt. So viel schon mal vorab. Wir haben so viel unverschämtes Glück mit ihr gehabt, dass wir uns ständig bang fragen: „Wird sie morgen wieder kommen?“Wenn ich zuvor dachte ich brauche niemanden, der mir 10 (!) Stunden am Tag an der Seite steht und dabei auf den Füssen… der hinter mir herräumt und die Kinder derart verwöhnt, dass sie am Ende unseres Thailand-Aufenthaltes noch nicht mal mehr wissen wie „Zimmer aufräumen“ buchstabiert wird… der ständig präsent ist und irgendwie immer da… ne, das brauch ich wirklich nicht.

OK. Meinung muss ich revidieren. Hier geht es einfach nicht anders. Alleine um den Garten zu wässern braucht es am Tag gut 2 Stunden – und dann ist der Rasen gerade mal „feucht“. Dazu kommen, dass diverse Spielsachen der Kinder eingesammelt und weggeräumt werden müssen, weil sie sonst von Regengüssen erschlagen oder von Termiten oder Ameisen heimgesucht werden, denn auch immer klebt irgend etwas süsses an Dreirad und Co.! Man sollte über Nacht nichts draussen stehen lassen. An dieser Stelle wäre jetzt Platz für meine Kröten-Geschichte. Ich schiebe sie schnell ein:

Wollte kurz in den Garten hüpfen, das Wasser abdrehen. Schlüpfe in meine Schuhe, die immer draussen stehen und komm aber nicht richtig rein. Ich tret noch mal richtig durch und so was grau-schwarzes quillt aus den Zierlöchern meiner Sandale… ich schrei wie am Spiess, weil ich mir schon denken kann, dass es sich um irgendetwas ekeliges handeln muss und kicke den Schuh weg – samt Kröte. Die fliegt raus, liegt vor mir und ist ungelogen mindestens so dick wie meine geballte Faust und guckt mich blöd an. Ich hab nur noch geschrien und dann ist das Schreien in hysterisches Lachen übergegangen. Und dann habe ich vor Lachen geheult und den Andi angerufen und der hat nur vom Erzählen eine Schreikrampf bekommen. Uahhhhhhhhhhhhhh! Ein Schuhschrank muss her. Und der steht drin – keine Schuhe mehr vor der Türe! Zumindest nicht über Nacht.

Falls ich meine Zehen verliere, weil die Kröte eine Giftkröte war, melde ich mich wieder…

Überhaupt ist Hygiene hier das A und O. Wer mich kennt, weiss, wie schwer ich mich da tue. Aber es stimmt, dass man keine unabgespülten Teller stehen lassen sollte (nein, auch nicht über Nacht in der Spülmaschine), dass Katzen- und Hundefutter möglichst ausser Reichweite von Ameisen und Termiten gebracht werden sollte, dass man Sohn’s Essenreste, nicht wie in Deutschland ruhig mal 2 Tage auf dem Boden kleben lassen kann. Schon nach 2 Stunden sind sie nämlich nicht mehr da. Die Ameisen würden sie weg tragen. Diese fleissigen Gesellen kommen aber gleich zu tausenden und schleppen alles aus der Bude, was nicht niet und nagelfest ist. Dann sind die noch ganz fies und beissen oder pinkeln oder was auch immer. Jedenfalls tun die roten Ameisen richtig weh. Gott sei Dank hatten wir bisher nur eine Kakerlake und eine mittelgrosse Ameisenstrasse (hin zu der Katze Fressplatz) im Haus. Alle sind jetzt tot. Amen!

Zeit hat man sehr viel, aber eigentlich auch wieder keine. Einkaufen dauert hier 2-3 Stunden und dann fehlen einem immer noch Sachen (z.B. weisser Zucker oder Milch) und man muss in den nächsten Supermarkt. Was am Einkaufen so lange dauert habe ich auch nocht nicht rausgefunden. Der lange Weg vom Auto zum Supermarkt? Die langen Wegstrecken die man innerhalb des Supermarktes zurücklegen muss? Die Langsamkeit der Kassierer? Die Tatsache, dass alles, wirklich alles an der Kasse nochmal in eine Plastiktüte verpackt wird? Wieder der lange Weg zum Auto? Jedenfalls dauert es so lange es dauert und wenn ich einen Einkauf einplane, nehm ich mir danach nichts mehr vor… man ist einfach müde und fertig

Ja, man ist hier auch ständig müde und verschwitzt. Das macht wohl die Hitze (och, echt?). Wenn man hier 30 Minuten saugt oder Fenster putzt (oder eben einkaufen war), hat man so viel Körperflüssigkeit verloren, dass man eigentlich an einen Tropf müsste. Da wir keinen im Haus haben, teile ich mir meine Energie natürlich ein, bzw. verwende sie nicht auf so unnützes Zeugs. Abends muss ich mich zusammen reissen, nicht schon vor den Kindern ins Bett zu gehen.

Aber zurück zu der Notwendigkeit einer Maid/Haushälterin/Haushaltshilfe, wie man sie auch immer nennen mag. Man kann den Tagesablauf hier in Thailand mit dem zu Hause überhaupt nicht vergleichen. Irgendwie ist mehr zu tun – oder es kommt einem nur so vor, weil man sich viel langsamer bewegt bei der Hitze, oder weil einem die Ameisen immer alles wieder unter den Tisch tragen, obwohl man es gerade weggefegt hat? Ich weiss es nicht. Alleine ist der Alltag hier jedenfalls nicht zu bewältigen, dass haben wir in den ersten 8 Wochen festgestellt. Zudem sind die Tage relativ kurz und man sollte draussen alles erledigt haben, wenn die Sonne unter geht. Und das ist ziemlich genau um 18.20 Uhr. Da kann der Mann nach der Arbeit nicht mal eben noch den Rasen mähen. Und da Samstag hier ein ganz normaler Arbeitstag ist, fällt da das Rasenmähen auch schon mal flach (gleiches dann für Pool-Reinigung etc.)

Unser Maid heisst nicht Maid, sondern Khun Wan und sie ist meine persönliche Assistentin. Sie flechtet den Mädels morgens die Haare, was ich ja nun überhaupt nicht kann und noch nie gemacht habe *schäm*, schneidet diese auch, hilft beim Frühstück und bei allem was der Tag so bringt, sie kann Autofahren und Handwerker herumkomandieren (natürlich auf Thai), kann Kammerjäger bestellen und Tiere versorgen, sie kann Kinder hüten und sauber machen, sie kann kochen und Wäsche waschen und mit ihr geht das Einkaufen doppelt so schnell. Das einzige, was sie nicht kann ist Englisch. Erst verliefen die Unterhaltungen etwas holprig, oft mit Übersetzern am Handy, aber es wird immer besser – ebenso mein Thai :)

Ihr erster Job ist morgens die Hetze beim Fertigmachen für Schule, Arbeit und Co zu entzerren. Und das macht sie mit ihrer gemütlichen, gelassenen Thaiart, die keine Uhrzeiten zu kennen scheint. Noch um 7.55 Uhr (da fängt die Schule an) flechtet sie die kompliziertesten Frisuren auf dem Kopf unserer Tochter 2, die ja eigentlich kurzes Haar hat… egal, das müssen wir üben.

Dann fegt sie wie der Wind durchs Haus und nimmt dabei jedes Teil, was auch nur im entferntesten nach Wäsche aussieht (die schlafende Katze war auch schon mal fast dabei) mit sich, entleert dabei gleichzeitig auch alle Mülleimer und macht einfach einen Rundumschlag. So was, was man in Deutschland einmal in der Woche macht. Wenn das fertig ist, macht sie die Schlafzimmer schön und danach wird gekocht. Da sie nur Thai kocht und ich mich mit den Gemüsen und Gewürzen noch nicht so gut auskenne, bringt sie diese selber mit. Was für ein Glück, dass ihr Mann auch noch Fischer ist. So sind wir in den letzten beiden Wochen stolze Besitzer eines ganzen Thunfisches (arghhhhhhhhhh) den wir mit der Nachbarschaft teilen mussten geworden und einen mächtigen Karpfen gab es auch noch. Dazu Unmenge an Tintenfisch, der hier eine Art Abfallprodukt zu sein scheint, da er so billig ist wie bei uns… fällt mir nichts ein. Da ich grundsätzlich nicht weiss, was ich mit einem „ganzen“ Fisch anfangen soll, der fast noch atmet, habe ich ihr uneigennützig die Zubereitung überlassen. Es war köstlich! Aber Tintenfische kann ich jetzt schon sezieren und für die Weiterverarbeitung präparieren und es macht sogar richtig Spass in den schleimigen Dingern rumzuwühlen…

Die Kinder sind ganz verliebt in Wan. Sie bringt ihnen Thai bei und singt den ganzen Tag bei der Arbeit thailändische Volksweisen. Wenn sie nicht singt, dudelt das Thai-Radio. Mit Sohn brabbelt sie auch nur Thai, so dass die Lene schon fragte, mit welcher Sprache der Sohn denn jetzt anfangen würde zu reden – der sei ja ganz durcheinander :), weil alle Nachbarn englisch mit ihm reden,

Doof ist, dass ich jetzt immer heimlich Süssigkeiten essen muss, weil ich Wan mal erzählt habe, dass ich auf meine Figur aufpassen muss. Jetzt kocht sie immer ganz fettarm und ist natürlich sauer, wenn sie mich mit einem Kitkat im Hinterhof entdeckt (ich dachte, es sei ein gutes Versteck – ja, nix da!). Aber die Kinder dürfen was sie wollen – das finde ich voll gemein!

 

Tieraerzte im Einsatz März 13, 2006

Gespeichert unter: Expat, Familie, Thailand — thaimo @ 12:00

Wir hatten den ersten Krankheitsfall in der Familie. Jimmy wurde bei einem Revierkampf mit einer anderen Katze verletzt. Wir sind natürlich sehr stolz auf ihn. Er ist unser Held. Wir nehmen auch mal an, dass es sich nicht um eine normale Katze gehandelt hat, sondern um eine Tiger oder vielleicht war es auch ein Krokodil. Jimmy ist ja soooo tapfer!

Zwei Tage nach dem Kampf hatte sich die Wunde entzündet und Jimmy zog sich schon in die Abstellkammer zum sterben zurück (der alte Schauspieler)… er ist sehr wehleidig. Wir haben dann einen Tierarzt angerufen und der kam auch gleich – mit Krankenwagen (soviel zu dem Vorurteil, dass hier Katzen gegessen werden…).

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Super, Tierarzt mit Hausbesuchen. Das kenn ich nur noch von „der Doktor und das liebe Vieh“. Jedenfalls wurde der Küchenboden OP-Tisch und die zwei Assistenten und Andi hielten den Jimmy fest. Ich hielt die Taschenlampe, die nun keine Taschenlampe mehr war, sondern OP-Licht. Jimmy bekam die Wunde gesäubert, ekelige Sachen rausgepuhlt, Antibiotika und nach dem er noch ein bisschen geweint hat (wie ein Baby), ging´s ihm schon viel besser.

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Heute kann er schon wieder auftreten und wir hoffen, dass die Wunde bald verheilt ist. Der ganze Tierarztbesuch hat übrigens mit Anfahrt, Medizin und allem zip und zap, 18 Euro gekostet. Das kriegt der Jimmy jetzt aber vom Taschengeld abgezogen, wenn der sich beim Kämpfen auch so dumm anstellt…