Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

Der thailaendische Osterhase April 27, 2006

Gespeichert unter: Auswandern, Deutsche im Ausland, Familie, Thailand — thaimo @ 1:41

Zunächst einmal war es mehr als schwierig hier auf der Insel Ostersachen aufzutreiben. Schokohasen fand ich schon im März in einem Supermarkt (es gab nur um die 100 Stück und die waren nach 2 Tagen ausverkauft). Diesen kostbaren Fund versteckte ich seitdem in unserem riesigen Kühlschrank, in dem man problemlos auch mal ein bis zwei ganze Schweine vergessen könnte, weil er so riesig ist :-) Dazu hatte ich noch drei Schokoladen-Hasen-Lutscher ergattert. Welch tolle Beute!

Da die Thais gerne bunte und süsse Backsachen essen, gibt es Lebensmittelfarbe in allen Nuancen. Wir färbten unsere Eier also neongrün und pink und mussten aber leider festestellen, dass es spezielle Ostereierfärbefarbe gibt, weil Lebensmittelfarbe einfach nicht gut auf Eierschalen hält und die Farbe, die auf der Eierschäle hält, färbt auch direkt das Eiweiß mit ein. „mhh, lecker!“ Egal! War bunt und sah toll aus… nur gegessen haben wir keine. Dafür aber der Hund. Der mag nämlich hartgekochte und pinke Eier.

Der Osterstrauß war das kleinste Übel. Die Sachen zum Dranhängen hatten wir noch aus Deutschland und diese künstlichen Sträuße, die aussehen wie Weidenkätzchen, sind hier beliebtes Dekomaterial. Zwar nicht echt, dafür aber auch lange haltbar. Könnten wir ja bis Weihnachten stehen lassen und dann Weihnachtssachen dranhängen, weil´s Tannenbäume ja eh nicht gibt.

Das Verstecken der Schokosachen stellte uns erstmal vor ein Problem. Schliesslich konnten wir nicht alles im Kühlschrank lassen. Ist ja ein blödes Versteck für die Ostereiersuche. Drinnen und Draussen war es in jedem Fall zu heiss für die süssen Sachen und die quietschebunten Eier. Toll, da hat man nun endlich seit Jahren mal Draussen-Eier-such-Wetter und kann nichts draussen verstecken, weil es entweder schmilzt oder von unseren Mitbewohnern aufgegessen wird. Singha liebt wie gesagt Eier und Jimmy frisst ja eh alles. Den Rest erledigen Kakerlaken und Ameisen, das geht hier ganz schnell!!!

Also haben wir uns dazu entschlossen, die Klimaanlage volle Pulle aufzudrehen und die süssen Sachen in Ess- und Wohnzimmer zu verstecken. War auch eine super Idee, wenn GG nicht am späten Abend gefroren hätte und die Klimaanlage hochgedreht hätte… Als die Hasen eine Viskosität von Honig hatten, haben wir noch versucht die Hasen zu retten. Sie waren zwar etwas aus der Form, aber taten noch ihre Pflicht am nächsten Morgen.

Ansonsten war es ein Ostern, wie jedes andere auch. Eiersuche, feistes Frühstück, obligatorischer Kirchgang, Besuch bekommen und da es für einen Osterspaziergang zu heiss war, fristeten wir unser Dasein am Pool. Am Abend wurde der Grill angeschmissen und so liessen wir den Osterfeiertag verstreichen. Leider hatten wir hier nur einen von der Sorte. In Thailand wird nämlich Ostermontag gearbeitet und die Schule ist auch im vollen Gange

Frohe Ostern noch mal

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die Thaimos

 

Son Krang April 25, 2006

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 12:00

Wir Glücklichen!

Da haben wir doch dieses Jahr sage und schreibe vier Mal Neujahr gefeiert. Einmal das normale in Deutschland („Hallo Hasten“ ;-), dann das chinesische, als nächstes das moslemische und zu guter letzt das thailändische. Letzteres war allerdings das witzigste und erlebnisreichste. In Thailand wird zwischen 3 und 10 Tagen gefeiert. Er soll Regionen in Thailand geben, wo man tatsächlich 10 Tage lang niemanden erreicht, weil alle eine Sause machen. Wo gefeiert wird? Überall! Ein bisschen kann man das mit dem Karneval in Köln vergleichen oder das Martinee in Wermelskirchen (nur in gaaaaanz gross). Keiner arbeitet, alle Geschäfte sind zu und gefeiert wird da, wo man gerade geht und steht.

Aufpassen muss man allerdings, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Kaum jemand mehr ist zurechnungsfähig (den Asiaten fehlt zum verarbeiten von Alkohl tatsächlich ein bestimmtes Gen, das ist kein Witz) aber irgendwie fahren trotzdem alle Auto und Mofa (weil die Thais eigentlich nie zu Fuß irgendwohin laufen). Mit dem Auto kommt man eh nur mässig schnell voran, weil überall Strassensperren aufgestellt sind, an denen betrunkene Menschen und Kinder einem das Auto beschmieren oder mit Wasserschläuchen, Spülschüsseln oder Wasserpistolen nass spritzen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass alle freundlich grinsen und einem ein „frohes Son Krang“ wünschen. Es soll Leute geben, die sich darüber aufregen. Zzzz, warum bleiben die nicht zu Hause? Das sind auch die, die sich den Karnevalszug in Köln im Fernsehn angucken und lieber zu Hause bleiben, weil sie sonst von Kamelle getroffen werden – die Deutschen also ;-)

Der Brauch will es, dass mit seeeeeeeehr viel Wasser rumgespritzt wird. Ursprünglich wohl, um sich von Geistern reinzuwaschen. Manche Menschen waren human und tauchten lediglich ihre Finger in ein silbernes oder goldenes Schälchen und spritzen dies dann auf vorbeigehende Menschen oder vorbeifahrende Autos – wie rücksichtsvoll.

Unsere Kinder bekamen natürlich erstmal die fettesten Pump-Guns die ich auftreiben konnte. Leider war Tochter 2s Wasserwerfer schon nach einem Tag kaputt, so dass wir uns die restlichen Tage mit nur einer Wasserpistole rumärgern mussten. Zudem haben wir „nur“ ein ganz normales geschlossenes Auto und keinen Pick-up. An Son Krang fährt der Thailänder (der die übrige Zeit des Jahres auch meistens auf der Ladefläche eines Pick-ups sitzt) nämlich mit tausenden von Litern Wassern beladen durch die Gegend. Wir „kämpften“ also ziemlich verloren mit einer Wasserpistole und mit *Fenster-auf-und-wieder-zu* an der Wasserfront. GG war Fahrer und bediente die elektrischen Fensterheber, während die Kinder und ich schießen durften – auf alles was ging und stand. Sogar Polizisten und andere wichtige Menschen dürfen an Son Krang naß gemacht werden. Hui, war das ein Spass. Vor allem als sich die Wasserpistole in der Scheibe verhakte und das Fenster nicht schnell genug zu ging… ich wurden trotz des „geschlossenen“ Autos klatschnass, weil mich eine gefüllte Spülschüssel aus dem Hinterhalt angriff :)

Wenn ihr einen Eindruck gewinnen wollt, seht Euch die Bilder an. Die sagen mehr als tausend Worte. Wir (GG und ich) waren total begeistert, müssen aber wohl zum nächsten Song Krang alleine losziehen. Wir kamen mit drei heulenden Kindern wieder zu Hause an. Tochter 2: „MAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAMAAAAAAAAAAAAAa, der hat mich einfach naß gespritzt. Des mag i net!“ Tochter 1 ist auf der Flucht vor einem mit Wasser beladenem Pick-up auf dem Bürgersteig gestürzt und blutete an Händen und Knien. Was der Sohn hatte war mal wieder unklar ;-)

Frohes neues Jahr von uns an Euch alle (und wenn ich könnte, würde ich Euch jetzt mal einen vollen Putzeimer mit Wasser über den Kopf schütten)

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Auf den Hund gekommen April 4, 2006

Gespeichert unter: Deutsche im Ausland, Hund, Thailand — thaimo @ 4:13

Dass es unsere Tochter mächtig erwischt hat, und dass es mit ihrer Liebe zu den Strassenhunden etwas ernstes zu sein scheint, das ist uns schon früh aufgegangen. Uns war auch klar, dass wir eines Tages einen Streuner bei uns aufnehmen werden… aber nun ist es anders gekommen. Nun sind es derer zwei ;-)

Angefangen hatte alles, als ich mich bei der hiesigen Tierschutzorganisation erkundigt habe, was mit herrenlosen Hunden, vornehmlich Welpen, die Tochter 1 hier des öfteren anschleppt, zu tun ist. Die Organisation hat zwar ein Tierheim, aber da das chronisch überfüllt ist, werden die Hunde eingesammelt, kastriert und an ihren angestammten Platz wieder ausgesetzt. Ich begann dann, Strassenhunde zu füttern, sofern sie sich an unsere Einfahrt verirrten und hoffte immer, dass mal einer bleiben würde. Aber dafür sind es ja Streuner. Wie beim One-night-stand: keine Namen, keine Verpflichtungen. Und so war´s auch. Manche Hunde sieht man (wie auch manche Männer) im Leben nicht wieder.

Jedenfalls entschieden wir uns einen jungen Hund zu aufzunehmen. Er sollte lustig sein und noch klein. Aussehen und zukünftige Grösse egal. Als wir Ende letzter Woche mal bei den Soidogs gucken gingen, war dort ein 8-köpfiger Wurf mit ganz kleinen Welpen. Diese wurden mit ihrer halb tot geprügelten Mutter einfach auf einer viel befahrenen Strasse ausgesetzt. Die Mutter lässt heute immer noch keinen Menschen an sich ran – die Arme.

Wir suchten uns nicht den frechsten (wg. dem Sohn) und nicht den scheuesten aus und haben uns für Singha entschieden. Singha ist Thai und bedeutet „Löwe“. Ausserdem heisst unser Lieblings-Thai-Bier so. Die Kinder durften auch Namen aussuchen. Da sich „Schnuffi“, „Puffi“ und Konsorten von vorneherein disqualifizierten, hat dann mein Namensvorschlag gewonnen. Strike!!!

Als wir uns Freitag dann für die Singha entschieden hatten, kam prombt ein anderer Hund des abends zu uns zum Essen und entschied zu bleiben. Er blieb die ganze Nacht. Also zunächst einmal ein one-night-stand. Aber er scheint es hier gut zu finden, denn er blieb auch zum Frühstück und kommt nun regelmässig. Er hat noch keinen Namen. Aber so langsam könnte sich eine längere Beziehung entwickeln.

Jimmy ist bis auf weiteres unser Erst-Mann und seinen Thron macht ihm keiner so schnell streitig. Wer zweifeln sollte, sehe sich die Bilder von ihm an. Singha unterwirft sich ihm völlig. Sie tut auch gut daran. Schliesslich wiegt Jimmy das dreifache und hat auch schon einige Thai-Box-Kämpfe hinter sich gebracht. Heute hatte Sohn Besuch von seiner gleichaltrigen Freundin T. Ihre Mutter erklärte: „Look! This is a dog, and this is a cat!“ T. zeigte auf Jimmy und sagte nur: „Wuff!“ Also, da muss man dem Kind doch auch noch dazu erklären, das normalerweise ein Hund so gross ist wie Jimmy und „normale“ Katzen in etwa die Grösse von Singha haben. Aber das hätte die Kleine wohl überfordert. Jimmy ist „Wuff“ und Singha ist „Mau“.

Zurück zu Singha. Die erste Nacht mit diesem Hund war sooooo grausam… Hilferuf nach Deutschland in „die Tierarztfamilie“ blieb erfolglos. Martin war ahnungslos und Ute nicht da. Na tolle Wurst! Er hat nur gejault und gekläfft. Es war so um 3.20 Uhr, als ich ihn das erste Mal wieder zurück ins Tierheim bringen wollte ;-) und GG hat nur gelacht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich auch schon zweimal Angstpipi weggewischt und Singha hat mir, weil sie dachte ich wollte spielen (ja, klar, hab ja auch um Mitternacht nichts anderes zu tun) zweimal in die Zehen gebissen. Das kann ich ja nun gar nicht leiden! Aber… GG hatte dann die rettende Idee.

Wir haben Singha mit dem Jimmy vor die Türe gesetzt (damit der Hund nicht ganz alleine draussen kämpfen muss, falls mal ein richtiger Hund aufkreuzt…) und dann war plötzlich Ruhe. Also im Grunde seines Herzens Streuner und Strassenhund. Lieber unter freiem Himmel schlafen und statt dem Surren der Klimaanlage, die Grillen zirpen hören. Jaja, Singha ist eben eine richtige Abenteurerin, die übrigens gerade ihren ersten Hundeschnupfen auskurieren muss, weil sie zu nah an der Klimaanlage lag. Das ist jetzt wohl eine Zivilisationskrankheit unter den soidogs: „post-aircon“

Wir sind ganz happy mit dem Hund, und hoffen das er lange, lange bei uns bleibt… hatschi

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