Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

Trouble in Paradise September 21, 2006

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 3:37

Ich hatte meine Augen noch auf halb acht, dabei war´s erst sechs und GG meinte nur ganz trocken: „Ach, übrigens. Es gab in Thailand einen Militärputsch. Der C. hat heute nacht eine SMS geschrieben!“ „Jaja, klar.“ sagte ich und hab´s ihm nicht geglaubt. Es war so eine Story wie die, als er vom Brötchen holen kam und meinte, es gäbe keine Zigaretten mehr, weil der „Weltrat“ beschlossen hätte, dass kein Nikotin mehr konsumiert werden darf. Und ich fragte ihn auch noch, warum er nicht am Automaten war und dann meinte er, die Automaten seien alle abgeschraubt. Ja, ich weiß, Schande über mein Haupt, aber erst da merkte ich, dass er mich `dran gekriegt hatte. Gemein! Wie doof! Aber das passiert mir nicht nochmal, also habe ich erstmal nichts geglaubt. Als ich dann merkte, dass das wirklich kein Witz ist, entglitten mir alle Gesichtszüge.

Ich überlegte zunächst wo ich schnell und sicher mit den Kindern hinfliegen könnte und entschied mich spontan für Singapoure. Meine Eltern könnten dann in der Zwischenzeit ihr Dachgeschoss herrichten, bis wir dann alle kommen (die Armen!!!). Ja, das schoss mir so durch den Kopf. Als wir uns dann aber informiert hatten, wurde ich zusehens ruhiger und alles ging seinen gewohnten Gang. Alles, bis auf´s Fernsehn und das Internet. Das haben sie uns nämlich kurzer Hand abgedreht. Da das hier aber keine Seltenheit ist *tapfer lächel*, musste das ja nicht unbedingt mit dem Putsch zu tun haben.

In der Schule erwartete uns ein verschlossenes Gate und eine sehr gestresste Lehrerin, die allen ankommenden Eltern die Sachlage erklären musste. Dazu klingelte unentwegt irgendein Handy. Ich fuhr mit den jubelnden Kindern nach Hause und dann galt es der Tochter1 zu erklären was los ist. Was ist ein Putsch? Wer putscht wen? Geht´s dem König auch ja gut (ja, auch meine Kinder lieben inzwischen den thailändischen König über alle Maßen ;-) ? Dann wollte Tochter1 eine Freundin zum Spielen einladen (ja, so sind Kinder. Eben noch weltpolitische Lagen diskutieren und dann wieder nix als spielen, spielen, spielen im Kopf haben, zzzzzzzz, wo soll das hinführen ;-). Ich dachte mir nichts dabei und rief die Mutter ihrer Freundin an (im übrigen eine Thai), die wahrscheinlich froh über die Arbeitserleichterung wäre. Die fragte mich aber am Telefon, ob ich denn nicht wüsste was passiert sei und natürlich wolle sie ihre Kinder an einem solchen Tag bei sich haben – ZU HAUSE! Sie muss schliesslich auf sie aufpassen, wegen der musslimischen Bomben. Hä???? Großes Fragezeichen bei mir. Entweder weiß die Frau mehr als ich, oder die bringt da was durcheinander. Ich dachte die Muslime sind jetzt froh, dass einer der ihren mal die Sachlage hier unten im Süden klärt. Aber ok…

Tochter1 war jedenfalls trotzdem bei ihrem Freund zum Spielen und unsere muslimische Maid kam auch ohne erkenntliche Gewaltbereitschaft zur Arbeit *puh*. Ich war aber, nach dem ganzen Gerede, dann eben doch nicht mehr so cool und meinte, jetzt mal richtig den Kühlschrank und die Speisekammer auffüllen zu müssen. Als der Sohn sein Schläfchen hielt, zog ich dann mit der Tochter1 los zum „Hamsterkauf“. Wir haben jetzt genug Nutella (ja, super, ist auch wichtig ;-) und Nudeln für ein Jahr und Tochter1 hat gestaunt, was man hier für grosse Eierpakete kaufen kann (kann man Eier eigentlich einfrieren?). Mittlerweile denke ich, dass wir in wenigen Tagen wieder alles beim alten haben. Dann müsen die armen Kinder die nächsten Wochen ständig Pfannekuchen mit Nutella essen, weil wir nix anderes im Haus haben. Ach, doch, Nudeln mit Apfelmus wäre auch noch im Angebot :)

Nachdem ich mit meiner Bangkok-Connection telefoniert habe, bin ich auch wieder beruhigt. NT hat irgendwie die Gabe, selbst noch an einem Militärputsch etwas positives zu finden. Das ist wirklich unglaublich. Und wenn NT nicht mit dem Fahrrad unterwegs in Bangkok gewesen wäre, hätte sie mir auch nicht so viel erzählen können. Also bin ich froh, dass sie nicht, wie es eigentlich geraten wurde, zu Hause geblieben ist. Mir wäre einiges versagt geblieben :) Und ich bin froh, dass ich meiner Tochter nicht erklären muss, warum Panzer vor der Türe stehen und unzählige Hubschrauber über der Stadt kreisen. Die Kids nehmen das zwar alles ganz locker, aber diese unterschwellige Unruhe saugen sie natürlich auf. Darum hat sich die Tochter1 auch heute zum ersten Mal in ihrem Leben zu ihrer kleinen Schwester geschlichen und sich an sie gekuschelt. So fand ich sie heute morgen im Bett. Als ich sie fragte, ob sie denn meine, die Tochter2 könnte sie im Falle einers Falles beschützen, da rief Tochter2 völlig erbost: „Klar! Ich bin doch stark!“ Ich hoffe für NT und ihre Familie, dass sie bald wieder ruhig schlafen mögen.

Gestern abend bestellten wir uns dann mal zur Feier des Tages eine Putsch-Pizza, die eine Stunde 15 Minuten gebraucht hat, weil wahrscheinlich alle lieber zu Hause geblieben sind, als auszugehen… Aber sie war noch ein bisschen warm. Leider hatten wohl auch viele Leute frei und die Dame am Telefon war dem englischen nicht wirklich mächtig. So hatten wir statt: 1 x Hawai, 1 x Thunfisch/Zwiebeln und 1 x Seefood diese Lieferung: 1x Hawai mit Thunfisch/Zwiebeln *ihhhhhhhhhhhhhhhhhhh*, 1 x Seefood. War trotzdem lecker!

Mittlerweile sind die Fernseh-Sender wieder im Netz, aber sobald man etwas von dem Geputschten zu hören und zu sehen bekommen soll (bzw. von Kritikern aus dem Ausland), wird ein Bild von Tom Cruise eingeblendet. NT erzählte mir, dass sie Herrn Taksin noch aus dem Flugzeug steigen sah und „zack“ Tom Cruise und Nicole Kidman. Dabei sind die gar nicht mehr zusammen ;-)

Mein Ahjaarn bezeichnet den Putsch im übrigen als „politische Reform“. Ah so?! Wir machen das zu Hause immer über Wahlen, aber naja!

Nächste Woche kommen Sala und Christine zu Besuch. Wir freuen uns schon riesig und hoffen, dass die jetzt nicht mit dem mega schlechten Gefühl anreisen. Das wäre schade, denn hier ist wirklich nichts los. Ich war heute das erste mal einkaufen ohne eine Parkplatz suchen zu müssen *freu* und die Strassen waren soooooo schön leer *zeit spar*. Wahrscheinlich sitzen alle Thais zu Hause und freuen sich über einen zusätzlichen Feiertag ;-) Nur GGs Stuff nicht. Die waren alle, wie immer, bei der Arbeit. Tja, so geordnet und gesittet geht es eben in Unternehmen zu, die von Germans geführt werden *gröhl*

So, ich muss jetzt mal weiter Mückenstiche eincremen (auch meine Kinder sind Mückenfutter, NT) und die Kinder einschläfern (mit singen, nicht mit Tabletten, ja?!)

 

Ah, hier ist also das Paradies September 5, 2006

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 3:32

Letztens fragte mich eine Freundin: „Erzähl mal! Wie sieht Dein Tag so aus!“ Und ich erzählte: „6 Uhr aufstehen, Kinder fertig machen, frühstücken, Schule fahren, einkaufen, kochen, Schule fahren, Kinder beschäftigen, Andi abholen, Abendbrot mit/ohne Andi, Kinder in´s Bett, ich total müde = auch ins Bett, ich nicht so doll müde = lesen oder Sport. Dieses Montag bis einschl. Samstag, da der Samstag hier ein ganz normaler Arbeitstag ist und hier noch keine Gewerkschaften erfunden wurden“ „Na, wie ein Leben im Paradies hört sich das ja nicht gerade an!“ sagte sie nur. Ne, tut´s wohl nicht. War aber auch nicht unsere Intention, als wir uns entschieden zu gehen. ABER: Gestern haben wir es gefunden. Das Paradies. Tätärätä. Und ich hoffe, es hört sich für Euch auch so an:

Wir verabredeten uns gestern mit Bekannten, die Mitglieder in einem winzig kleinen Segelclub im Süd-Osten von Phuket sind. Alle vier Wochen findet in ihrem Club ein Familien-Tag statt, bei dem gegrill, gequatscht und natürlich gesegelt wird. Die Hunde liessen wir vorsichtshalber zu Hause, denn ich hatte die Vorstellung von einem perfekt angelegten Areal mit Teak-Holzplanken, wunderschönen Gartenmöbeln, beschatteten Sitzgrüppchen, tennisspielenden und segelnden Lacosthemdchen-Trägern… und einer Cocktailbar in der die Damen ihre Gucchi-Handtäschchen und perfekt manikürten Fingernägel ausführten (hab ich ja jetzt auch *winke, winke Isa und Krischi*). Ja, Hollywood lässt grüssen. Dachte ich doch tatsächlich Leonardo diCaprio oder George Clooney hier zu treffen. Habe ich wohl wieder zu viel Gala gelesen in Deutschland. Schon verrückt, was man sich manchesmal für Bilder malt. Ich war dann auch aufgrund meiner phantastischen Gedanken etwas overstyled. Aber, nun ja!

Zunächst konnten wir gar nicht mit dem Auto bis ans Wasser fahren. Das war schon mal gut, denn so ist dieses wunderschöne Fleckchen Erde schon mal für Touristen fast unzugänglich ;-) Ich sag Euch auch nicht, wie es heisst, weil das jetzt mal unser spezieller Geheimtip bleibt – ätsch! Wir schleppten also den Sohn in der Rückentrage und die Mädels maulten wegen der steilen Strasse, bei der sich die Riemchen der Flipp-Flopps zwischen die Zehen fraßen… als wir den Strand erreichten fielen uns die Kinnladen runter.

Ich sagte nur zu GG: „Ach, hier ist das Paradies ;-)?“ Im postkartentauglichen türkisfarbenen Wasser dümpelten wunderschöne Segelboote, grosse und kleine, Katamarane und Jolen; die Sonne knallte vom Himmel und ein kühler Wind blies und kräftig entgegen. Der Sand war weich und feinkörnig und überall waren lachende und fröhliche Menschen (alle Männer in Shorts und nacktem Oberkörper, barfuss und dreitagebärtig – auf die Frauen hab ich jetzt auf die Schnelle nicht so sehr mein Augenmerk gelegt, sorry!). Wir wurden sofort von einem älteren Ehepaar herzlich begrüsst. Ein umgebautes Ölfaß diente ihnen als Grill und die gekühlten Getränkedosen schwammen in einem Fass voller Eiswürfel. Das Buffet war auf einer betonierten kleinen Terrasse aufgebaut und es bestand aus selbstgemachten Rohkostsalaten und Barbeque. Um uns herum nur Sand und Wasser. Die Boot die nicht in´s Wasser gelassen worden waren standen in Holzverschlägen oder lagen einfach am Strand rum und die meisten Anwesenden hatten bis auf Badehosen nichts an. Also nix mit Hollywood und so… Schade, wo ich doch mein Gucchi-Handtäschchen… Es gab noch nicht mal einen Anlegesteg auf dem ich hätte flanieren können ;-)

An einer übergrossen Palme hing ein alter Motorrad-Schlauch und ein riesenlanges Seil. Das war die Attraktion für unsere Kids. Das Meer war am gestrigen Tag und an dieser Stelle wirklich unglaublich schön. Wir haben es bisher noch nie in so schönen Farben gesehen haben. Sohn hatte einen Riesenspass in den Wellen und dümpelte mit seinen Schwimmflügelchen stundenlang im Wasser.

Das größte für die Tochter1 war allerdings ein kleiner Törn mit ihrem Papi. Die zwei bekamen eine ziemlich kleine Jole, bei der ich mich von Anfang an fragte, ob das gut gehen würde. Als die zwei drin saßen, hatte das Schifflein nämlich verdächtigen Tiefgang und ich glaube, dass lag nicht daran, dass Tochter1 beim Grillen so dermassen zugeschlagen hatte. Schon nach der ersten grösseren Wende lief dann leider das Boot voll und GG musste hinter der Tochter her schwimmen. Beim nächsten Mal, werden die beiden wohl ein etwas grösseres Boot nehmen müssen. Tochter1 hatte totalen Spass und bald darf sie auch mal alleine segeln – und wird nicht auf halber Strecke vom Kapitän im Stich gelassen ;- ) Als man sie hinterher fragte, wie es denn war, sagte sie: „Super! Ich hatte nur ein bisschen Angst, als das Boot kippte und voll Wasser lief!“ Ja, hallo??? Wer hätte da keine Angst? Ich würde ja noch nicht mal in so ein Ding einsteigen. Also, „Hut ab“ bitte einmal, vor unserer mutigen Tochter :)

 

Lieb’ Heimatland ade… September 5, 2006

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 3:25

An dieser Stelle eine grossartige Verneigung vor allen Freunden und Familienmitgliedern, die uns so nett aufgenommen haben. Vor allem vor Hans und Anton, die für uns Weitgereiste sogar ihr Kinderzimmer räumten und vor der Familie L., die trotz ihrer eine Millionen Partygäste (so über den Daumen ;-) auch noch uns Krähen im Nacken sitzen hatten. Wir haben uns überall super wohlgefühlt und es war mal eine willkommene Abwechslung zum „Hotel Mama und Schwiegermama“. Aber beim nächsten Mal möchte ich nicht mehr gefragt werden, ob ich das Kindermädchen wäre (wieso eigentlich???) und ich will auch nicht mehr als „unsere neue thailändische Küchenhilfe“ vorgestellt werden. Nein, das will ich wirklich nicht mehr. Ausserdem war der Name Mai-Thai sehr sehr bescheuert ;-)

Danke Chrischi für Dein Arbeitszimmer, danke allen, die uns so schöne Tage beschwert haben und mit uns Ausflüge machten und uns unsere Heimat wieder ein Stück näher brachten. Danke für kurzfristig organisierte Grillpartiys und schnell fit gemachte Pools (beim letzten warmen Sonnenstrahl in Solingen), für langfristig geplante Ausflüge, für Schwimmbad-Besuche und Entenfütterungs-Aktionen, Ikea-Shopping-Touren, für Schweinebraten und Knödel, Kässpätzle und Laugenbrezln, Spaziergänge mit dem Hund, Essen zwischen Umzugskartons, für lecker Käffcken, den ersten Pudding, den ich wirklich mag (@Uschi: wie hiess das ital. weisse Zeugs noch?), Trampolinsessions und Wohnungsbesichtigungen, Reitstunden und Restaurantbesuche (wenn die mitunter auch eher stressig sind, mit einer übermüdeten 4-jährigen) ach und einfach für die Zeit, die mit uns verbracht wurde und für die ganzen Geschenke (danke Isa, für die zusätzliche Reisetasche, in die meine ganzen H+M- und Ikea-Einkäufe passen mussten UND noch die Geschenke). Ach, so: in die Reisetasche mussten natürlich auch so an die 20 DVDs. Das man Neuwaren nicht einführen darf, wussten wir doch nicht *unschuldig guck* Aber die DVDs waren ja alle gar nicht mehr sooooooooooo neu. Wir haben ja alle Hüllen einmal auf und wieder zu gemacht, DVD einmal raus und wieder rein geklippst ;-) Dafür haben wir jetzt fast die komplette Heidi-Sammlung. Da freuen sich nich nur die Kinder.

Leider, leider konnten wir nicht alle besuchen und sehen – war auch so eine kompakte und sehr straff organisierte Reiseplanung. Die Kinder haben aber alle, alle ihre Freundinnen gesehen (ausser Jenni in Wtal *winke*, sorry, das hat nicht mehr gepasst, weil der Zoo soooo schön war!) und konnten sogar bei der ein oder anderen übernachten. Mama hat ein bisschen zurückgesteckt. Aber den Schmerz konnte sie gut mit Alkohol betäuben, während sich unzählige Menschen darum rissen, ihre Kinder zu hüten. Besten Dank noch mal auch dafür.

 

more freedom for mum September 4, 2006

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 3:35

Unter dem Motto „more Freedom for mum“ stand der heutige Tag. Sohn hatte seinen ersten richtigen Tag im Kindergarten, die hier „little ducks“ heissen und Kinder von 18 Monaten bis 3 Jahren aufnehmen. Wir waren schon in der letzten Woche 2 x 1 Stunde zum schnuppern dort und es war grosse Klasse. Sohn hat sich sogleich an´s Spielen gegeben und sich überhaupt nicht mehr für mich interessiert. Habe die Auszeiten dann für einen Cafe latte genutzt und als ich ihn wieder abholte, gab es Geschrei.

Heute haben wir uns auf 2,5 Stunden gesteigert und werden auch so in dieser Woche weiterverfahren. Er schläft und schläft… so viele neue Eindrücke, Gesichter, Spiele und Spielgefährten. Das haut den stärksten Seemann um :)