Nachdem ich 9 Wochen auf der Insel verbracht hatte, war ich nahe am Inselkoller. Der äussert sich ungefähr so, dass man es schon als aufregend und spannend empfindet zum Tanken zu fahren oder Essen einzukaufen. Nach 4 Wochen „Extrem surfing“ sind auch die nachmittäglichen Stunden mit den Kindern am Strand öde, vor allem, wenn man ausser dem Surfleher keine erwachsene Menschenseele zum quatschen hat. Da der Surflehrer im Wasser ist und sich um die Kinder kümmert, verfällt man dann wieder in die Babysprache, weil man den ganzen Tag nur mit dem Kleinkind kommunizieren kann. Gut, dass wir uns also für das Ende der Ferien einen Singapore-Trip aufgehoben hatten
Wir flogen mit Tiger Airways, einer lowbudget-Airline. Ich machte mir die ganze Zeit Sorgen um die Wartung und Handhabung der Flugmaschinen und hätte doch lieber mein Augenmerk auf die Sicherheitsvorkehrungen beim Check-in und mit der Umsorgung unseres Gepäcks legen sollten. Leider wurde uns nämlich auf dem Rückflug das Laptop aus dem Koffer gestohlen (mit all den wunderschönen Bildern drauf – Tochter 1 beim schwimmen mit Delphinen – Tochter 1 mit Boa Constrictor um den Hals – Tochter 2 mit Eule – Sohn mit Eiscreme – GG nackig im Bad… was man halt so für Fotos im Urlaub macht… *schniff*) Ihr fragt Euch sicher, welcher Idiot transportiert einen nagelneuen Laptop im Koffer, nicht wahr?! Tja, das war ICH! Eigentlich sollte der vor dem Check-in ins Handgepäck wandern, aber die Aufregung, der Stress, die rumhopsenden Kinder… ich hätte tausend Entschuldigungen. Schlussendlich war es meine Schuld und nu’ ist er weg und das tragische… es war unser eigener, ersparter Laptop. Nix Firma oder so? *schmerz* Es tut immer noch so weh *auaaaaaaaaaaaaaaaah* Aber unsere buddhistische gute Seele im Office meinte nur, ich sollte nicht so wütend und ärgerlich auf die Menschen sein die ihn genommen haben (…und ich würde sie noch immer mit bloßer Hand erwürgen – bin schliesslich kein Buddhist, SO!). Das bringt doch nichts. Was ich verloren hätte, wäre nichts, was mein Leben von nun an ändern würde und so ist der Verlust verkraftbar (hat die ne Ahnung… ist das life changing, wenn ich mein Kind fragen muss, ob ich mal eben meine Mails abfragen kann… ich finde schon… ich muss jetzt immer total nett zu ihr sein *flenn*) ;-)
Trotz der Aufregung am Ende. Singapore war einfach nur geil! Sauber, organisiert und trotzdem so asiatisch. Eine Mischung, die wir hier leider nicht kennen (hier ist’s nur asiatisch ;-) Wir waren begeistert von der Vielfalt der Geschäfte (ich), der Auswahl bei Toys are us (die Kinder) und dem Freizeitangebot. Wir waren in der Nightsafari (einem Zoo, der erst mit Beginn der Dämmerung aufmacht und in dem man unglaublich viele Tiere beobachten kann) Sehr beeindruckt haben uns die „flying squirrels“ (fliegende Eichhörnchen, die unter den Armen und zwischen den Beinen Hautlappen haben, mit denen sie ein ganzen Fußballfeld weit springen können) und die Fledermäuse. Erst haben wir uns nicht in das riesige Freigehege getraut. „Ich geh nicht! Geh Du doch mit den Mädchen!“ „Ne, ich bleib hier! Die *zeig auf die Tochter* kann doch auch alleine gehen!“ (Rabeneltern!!!) Nach 2 Minuten sind wir dann doch alle miteinander rein und… haben noch niemals so riesengrosse unglaublich schöne Fledermäuse gesehen. Sie hingen überall und man hätte nur die Hand ausstrecken müssen. Haben wir natürlich nicht. Stattdessen habe ich mal kurz aufgeschriehen, als eine fette Fledermaus über unsere Köpfe flog. Die Dinger waren so gross, wie ein grosser Hund… wow, das war beeindruckend.
Der Zoo war auch unglaublich schön, wenn auch nicht soooo atemberaubend, wie die Nachtsafari. Tochter 2 durfte mit Kanguruhs schmusen und sie füttern und war kackenstolz.
Einen Tag sind wir noch mit unserem (von Freunden geliehenen) Auto ins Aquarium und Delphinarium gefahren. Im Aquarium hat Tochter 1 einen Typ mit einer riesigen Boa Constrictor getroffen und wir konnten gar nicht so schnell „NEIN, NEIN!“ schreien, wie sich das Kind die Schlange um den Hals gewickelt hat um für ein Foto zu posen. Tochter 1 ist bei so was echt unglaublich. Die hat vor keinem Tier Angst, ausser vor Quallen (beim surfen). Vielleicht wird sie mal der neue „Crocodile Hunter“.
Für sie einschneidender war allerdings der Besuch im Dephinarium. Wie damals auf Teneriffa suchten die Delphintrainer bei ihrer Show einen Freiwilligen und wie damals auf Teneriffa stand Tochter 1 auf, reckte ihre dünnen Ärmchen in die Luft und strahlte, strahlte, strahlte… und wurde SCHON WIEDER ausgewählt. Unter hunderten von Zuschauern. Wir glauben jetzt, dass es wirklich ihre Bestimmung ist, mit Delphinen zu arbeiten und wenn man sie fragt, was sie mal werden will sagt sie nicht mehr „Greenpeace-Aktivistin“ sondern „Delphin-Trainer“. Wie sind ganz froh, weil das nicht so gefährlich ist. Na, jedenfalls wurde sie ausgewählt. Sie ging wir hypnotisiert auf den Delphin zu, der im Wasser wartete. (Das Delphinarium war kein Wasserbassin, sondern ein abgeteiltes Stück Meer mit Strandzugang. Sehr nett gemacht) Dazu muss man sagen, dass das Kind völlig bekleidet war. Das Publikum rief „AH“ und „OH“. Sie hob weder ihr Kleid hoch oder sonst was… sie watete ins Wasser bis schliesslich nur noch ihr glückliches Gesichtchen zu sehen war. Und dann wurde geschmust, geherzt, geküsst. Der Trainer hatte richtig Spass und hat immer mehr Sachen mit dem Kind und dem Delphin ausprobiert… Ich habe an die 60 Bilder geschossen. Leider alle auf der Festplatte des Laptops :( Tochter 1 hofft immer noch, dass wir ihn wieder bekommen, die Arme!
Einen Abend haben wir uns einen Babysitter geleistet und sind auf das „World Music Festival“ gegangen. Als ich dann bei der ersten Bühne GG fragte, ob das wirklich deren Musik sein, oder ob die „Quatsch“ machen, da hat dann wohl GG registriert, dass ich überhaupt keine Ahnung hatte, was „Worldmusic“ überhaupt ist und ich habe verstanden, warum GG gar nicht so richtig Lust auf das Festival hatte *lach* Es war trotzdem schön, auch wenn es nicht unsere Musik war (wir haben ja eh keine gemeinsame :) Wir haben bei einem Trommel-Workshop zu geschaut, lecker gegessen und im Gras gesessen, Musik gehört und Bier getrunken, wie sich das gehört. War einfach schön mal ohne die hüpfenden Trollkinder unterwegs zu sein.
Leider war der Babysitter am Ende teurer als die Festivalkarten incl. Taxi :( aber was tut man nicht alles der Zweisamkeit zu Liebe. Überhaupt ist Singapore ein teures Pflaster. WOW! Solche Preise sind wir gar nicht mehr gewöhnt… unglaublich! Für das Wochenende hätten wir hier in Thailand nette 14 Tage auf Samui oder sonst wo verbringen können. Aber so einen Trip macht man ja nun mal nicht alle Tage, gell?
Ach, fast vergessen. Bei Ikea waren wir natürlich auch. GG hat ein bisschen gemotzt, warum wir jetzt unbedingt zu Ikea müssten… Singapore hat ja noch anderes zu bieten. Aber ich habe darauf bestanden. Die erste Enttäuschung gab’s in Smalland. Tochter 1 ist nun über 1,20 m und durfte nicht mehr rein. Die zweite waren die Köttbullars im Restaurant. Kein Vergleich, ich sag’s Euch! Das Hack viel zu klein gefleischwolft und überhaupt… keine Preisselbeersoße am Rand. Ich meine, DAS macht es doch gerade aus. Ich war so stinkesauer!!! Dafür hat Tochter 2 jetzt einen singaporianischen Ikeateppich im Zimmer liegen (wahrscheinlich von thailändischen Kindern geknüpft) und der Sohn ein Steckenpferd.
Sehr nett war, dass wir ein Auto in Singapore hatten. Das haben uns Freunde geliehen. Der Mann arbeitet immer von Di-Fr in Singapore und da wir ja am Wochenende dort waren, konnten wir sein Auto nutzen. Eine unglaubliche Erleichterung. Denn einen Abend, wir kamen gerade vom Shopping, wollten wir uns ein Taxi nehmen. Wir warteten 30 min. und die Schlange vor uns wurde und wurde nicht kürzer (weil eben kein Taxi kam), dann liefen wir weiter zum nächsten Taxistand… auch dort kein Durchkommen. Es war mittlerweile 22.30 Uhr die Kinder müde und ätzend – wir gereizt bis zum Anschlag. Dann… hurra! GG hatte es geschafft ein Taxi per Handy zu ordern. Nie mehr Singapore ohne Auto, bitte! Und wenn, dann ohne Kinder :)