Familybusiness – wir spielen jetzt Golf :)
Nach dem ich mich eine sehr lange Zeit strikt geweigert habe Golfstunden zu nehmen, wurde nun ein anderes Familienmitglied auserkoren auf den Spuren des Tiger Woods zu wandeln. Mein Gatte (nun schon des laengeren als “Schniedel Woods” bekannt), hat es sich nun auf die Fahne geschrieben, bei seiner Tochter die Liebe fuer “seinen Sport” zu entflammen. Alles reiner Eigennutz, denke ich, damit er nicht jeden Sonntag im Morgengrauen alleine auf der Drivingranch steht ;)
Unser erstes gemeinsames Golferlebnis hatte ER ja nie ganz verkraftet. Nach dem ER, durch monatelanges Training endlich die “Platzreife” erlangt hatte, erklaerte ich mich bereit, ihn auf eine Runde zu begleiten. Spielen wollte ich nicht. Ich wollte laufen. Kilometerweit, mit unverbauter Fernsicht, kuehlendem Meereswind im Haar und der tropischen Sonne auf der Haut… uahhhhhhh! Wie geil!
Ich habe dann doch gespielt. Unter den kritischen Augen meines Mannes, der natuerlich sofort begann meine Stellung, Schwung und sonst noch was zu korrigieren. Ich verbat mir das und heuerte statt dessen meinen Caddy als Personalcoach an. Ich habe 10 Baelle auf der Drivingranch geschlagen, die laut des sehr routinierten Golfspielers neben mir (zumindest sah er sehr routiniert aus und hatte echt schicke, teure Klamotten an) “nicht schlecht” waren und dann wagte ich mich auf den Platz. Allerdings musste ich mich noch vorher umziehen, weil mein ultracooles T-Shirt keinen Polokragen hatte. HALLLOOOOO???!!!! Spiel ich nun Golf oder Polo? Egal, ich ergab mich murrend der Kleiderordnung und kaufte ein aermelloses Polo-Shirt. Das schenk ich im uebrigen meiner Mum, wenn sie zu Besuch kommt. Ich seh dadrin ja vielleicht so was von bescheuert aus…
Die ersten Schlaege waren etwas krampfig und ich kam mir so “beobachtet” vor (“…ach, Schatz. Dat meinze nur!). Aber ich war gar nicht viel schlechter, als mein wohl trainierter Mann, was ihn wohl sehr wurmte. An einer wirklich schwierigen Stelle flog mein Ball einen unglaublich schoenen perfekten Bogen und man hoerte ihn geradezu durch die Luft sausen. Er ploppte elegant auf’s Gruen und rollte bis er 15 Meter vor dem Loch liegen blieb. Das war bis dahin mein bester, mein allerbester Ball. Ich war ja so stolz. Mein Gatte, der mit dem Ruecken zu mir stand drehte sich langsam um und sah mich scharf an. Ich grinse selbstzufrieden. “Hast Du den geworfen?” fragt er. Ich schaue unschuldig und verneine. Darauf wendet er sich doch tatsaechlich an meinen Caddy “Hat sie den geworfen?” Die Frau laechelt (wie Thais es immer tun, wenn sie sich ertappt oder peinlich beruehrt fuehlen) und sagt schuechtern: “Nein, hat sie nicht!” Ich raffe mein Zeugs zusammen und stolziere davon. Im Umdrehen hoere ich ihn noch murmeln: “Und Du hast ihn doch geworfen. Das ist doch bloed. Das ist kein Golf!” Natuerlich habe ich ihn geworfen. Habe nicht umsonst 20 Jahre Handball gespielt, hehehe.
Meine Oma sagt immer, ein Spiel bei dem man nicht schummelt, sei ja gar kein richtiges Spiel. Recht hat sie. Mein Caddy und ich hatten auf jeden Fall einen Heidenspass und im Gegensatz zu meinem Mann, ist keiner meiner Baelle in den Bunker oder im Wasser gelandet. Also, wer ist hier der supidupi Golfspieler? Nach meinem grossartigen Erfolg (hatte auf 9 Loechern nur 2 Baelle mehr als mein Mann) habe ich allerdings meine vielversprechende Karriere erstmal auf Eis gelegt. Ich foerdere jetzt unsere 8jaehrige Tochter. Die hat mehr Spass dran als ich und bei ihr besteht auch noch die Chance mal einen Menge Geld damit zu verdienenen. Ich bin schon zu alt… aber ich kann ja jetzt immer mit den beiden mit-spazieren… und wenn ER mal nicht guckt, dann SCHMEISS ich nochmal ein paar Baelle rum (damit meine Tochter gut dasteht :), um alle Golfer die grade gucken so richtig wuetend zu machen, hihihihi.
…ich weiss schon, warum ich beim minigolf bleibe ;o)
das naechste mal wenn wir uns sehen, foerdern wir auch das tauchen a bissi bei lene, ja? :)