Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

Der Anticamper März 31, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 9:34

Der uebliche Anticamper hasst es, mit seinem Waschzeugs zum eigens dafuer vorgesehenen Waschhaeuschen zu latschen (egal bei welchem Wetter) und er hasst es staendig ueber dreckverschmierte Kindergummistiefel zu stolpern. Ausserdem hasst er andere Camper, die froehliche grillend neben ihren Zelten oder Campern hocken und Spass haben und staendig meinen, man wollte jetzt sofort ein Gespraech (seh ich einsam aus?).

Ausserdem hasst der Anticamper chemische Toiletten, die bei unsachgemaessem Gebrauch waehrend der Fahrt ueberschwappen oder bei zu viel Zewa, von Kinderhand hineingeworfen, schwer zu reinigen sind. Ausserdem findet der Anticamper (der eigentlich ansich sehr gerne kocht) kochen im Camper total scheisse, weil alles total eng ist, man sich staendig anstoesst, das was man braucht gerade nicht da ist und ueberhaupt alles ich so… so??? IMPROVISIERT!!!

ICH HASSE CAMPEN
(versuche allerdings, durch unverbohrtes, tolerantes und weltoffenes Verhalten, meinen Kindern diese einmalige Art des Urlaubens nahe zu bringen)

OK. Es ist ein Highclass Luxuscamping, aber es ist immer noch camping… aber ich frage mich gerade, warum jemand der zu Hause eine Full-time-Haushaltshilfe hat (die einem die Waesche hinterhertraegt und, wenn auch maessig sauber, dennoch: putzt und so gar manchmal kocht) Warum dieser jemand mit stinkenden Kinderunterhosen und anderer Waesche ueber eine Wiese rennt, um noch eine Waschmaschine zu ergattern (dabei die Haelfte der Unterhosen schlicht weg verliert um auf dem Rueckweg die verlorenen stinky-pinky Hosen wieder einzusammeln), versucht in einem 2 Liter fassenden Mini-Topf Spaghetti fuer 5 (hungrige) Personen zu kochen (Sosse, in einem extra Topf) und dabei noch geschwinde die Betten macht, abspuelt und die Kueche (was sich so Kueche nennt!) saeubert! was noch??? Ist das Urlaub?

Jeb! Und es ist schoen! Auch wenn ich campen MUSS!

Toll finde ich, dass man, einmal auf einem Campingplatz angekommen, die Kinder alle aus dem Auto treten kann und die spielen, spielen, spielen… Voll super!!!

Die Kinder sind also gluecklich, dreckverschmiert und fragen aber leider tagsueber staendig „wann sind wir da?“ Ich erklaerte heute: „Wir werden niemals ‘DA’ sein. Denn wir haben kein Ziel. Das ist das spezielle an unserer Reise. Wir fahren einfach so herum und wenn wir’s irgendwo schoen finden, dann sagen wir ’so! jetzt sind wir da!’ Dann steigt man aus und ist eben ‘DA’. (Da ist also in dem Fall nicht ‘da wo man hin will’ sondern ‘da wo man bleiben will’) Also keine weiteren Fragen mehr! Eure Mutter muss sich beim Karten lesen ueber das uebliche Mass hinaus konzentrieren!“

2 Minuten spaeter: „Wann sind wir endlich da?“

Und dann wieder: „Warum drehen wir eigentlich schon wieder!“ *lach*

 

nach Sonnenschein folgt Regen… oder wie? März 31, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 9:26

Nach dem unser erster Tag gestern von Sonnenschein gepraegt war und wir mit Entsetzen festgestellt hatten, dass wir ausschliesslich herbstliche Kleidung eingepackt hatten, bestand unser allererster Tag darin Klamotten shoppen zu gehen. Wir wollten denn doch nicht, dass die Kinder auch die naechsten 3 Wochen barfuss laufen (das taten sie naemlich – war sehr witzig im Shopping-Mal, denn das toppte sogar noch die staendig-Sandalen-tragenden Neuseelaender)

T-Shirts und Short fuer den Bub, Flip-Flops fuer alle Mann (ja, es war tatsaechlich soooooooo warm), Croqs fuer den Campingplatz (hatten wir vergessen einzupacken… ich oder Andi? – wir streiten noch ;-) Es war ein fetter Einkauf. Eigentlich haetten wir in Thailand ja alles dafuer bereit gehabt, aber wir haben eher mit schnittigem Wind und herbstlicher Kaelte gerechnet.

Noch fix und fertig vom Einkauf treten wir auf die Strasse… in den Regen!!!

Sieht seit dem ziemlich duester am Himmel aus, aber das schreckt uns nicht. Wir sind noch nicht grossartig weit gekommen, weil wir auf unsere 3 Quaelgeister Ruecksicht nehmen muessen. Hier eine Sammlung von O-Toenen:

„Ich will zurueck nach Thailand!“
„Neuseeland ist scheisse!“
„Ich hasse Strand!“
„Wann sind wir endlich da!“
„Ich muss schon wieder Pipi!“

Aber auch schoene Dinge wie Lene, die ploetzlich, nach langem Schweigen schrie: „Booooooooh, ich hab jetzt 60 Pferde gezaehlt!“ WOW! Und sehr witzig:

Lene: „Warum drehen wir?“
Lili: „Ich glaub der Papa hat sich schon wieder vertan!“
Papa: „Ne, die Mama!“
Mama: „Ja, klar!“

HERRRRRRRRRRRRRLICH ;-)

 

Mein Gott bin ich alt März 28, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 9:05

Da steig ich in Sydney aus dem Flieger und um mich rum blitzen die Kameras. Nein, ich habe nicht die Haare in den Nacken geschmissen, die Brust raus und mein „Ausgehgesicht“ fuer die Paparazzis gemacht. Habe schon bemerkt, dass die hinter jemand anderem her war *puh, glueck gehabt, diesmal* Ich guck und guck und seh einen Typen der die gleichen Klamotten an hat, wie ich?! Gruene Chucks, Jeans, zerknirweltes Longshir… aber das war auch schon alles was wir gemeinsam hatten. Er war so Anfang/Mitte zwanzig, trug eine Strickmuetze (tief ins Gesicht gezogen), hielt eine Kippe in der Hand (in der Erwartung sie so bald wie moeglich anzuenden zu koennen) und schlappte an mir vorbei. Kam aber nicht weit. Schon umkreisten ihn Teenager mit Flitzschreibern und wollten Autogramme. Ich blieb stehen und guckte ganz, ganz genau… ueberleg… ueberleg… ICH KENN DEN NICHT! Da kommt meine Bekannte um mich abzuholen. „Kennst Du den?“ fragt die. „Ne,“ sag’ ich „Schauspieler?“ Wir starren weiter, diesmal zu zweit. Ein Teenager haelt dem Typen eine CD zum signieren unter die Nase… also doch! Ein Musiker! Aber was fur einer! Ich habe den Typ noch nie gesehn. James Blunt haette ich erkannt… aber er hatte schon ein bisschen Aehnlichkeit mit ihm. Also, wer war’s wohl. Irgendwer ‘ne Idee? Ach so, bei der Gepaeckausgabe das gleiche Spiel. Da allerdings mit irgendsoeiner Heavymetal-Band. Auch noch nie gesehen, die Jungs!

Ach so, et Kate war uebrigens nicht beim Frisoer. Hatte wohl gerade Geburt ;-)

 

die Sydney Oper März 27, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 11:14

„So Kind!“ sagt die Mutter „wenn wa schomma da sinn, dann kaufen wa getz auch ma Karten fuer et Theater!“ Gesagt getan. Mutter und Tochter kauften Karten fuer ein Stueck… irgendwas fuer Kinder ab acht. Wird schon schoen sein. Egal, hauptsache man kann mal erzaehlen, dass man in der Sydney Oper mal „richtig drin“ war :)
Allerdings war’s ein harter Tobak. In dem Stueck „Lifeboat“ geht es um zwei britische Maedchen (eins aus London, eins aus Liverpool) die im 2. Weltkrieg zur Landverschickung nach Kanada gehen sollen. Sie lernen sich auf dem Schiff in der gemeinsamen Kabine kennen. Leider wird das Schiff (The city of Bernaise) von den Deutschen abgeschossen und sinkt. Die Maedchen koennen sich auf dramatische Weise retten. Das Stueck beruht auf dem Tatsachenbericht der beiden Frauen, die heute immer noch befreundet sind… schoen!!!

Meine Tochter hasst mich seit dem Tag, denn statt im botanischen Garten Voegel zu beobachten (zu katalogisieren und ihr wisst schon…) musste das arme Kind einen Zusammenfassung von dem Stueck schreiben. Ich mach das ja nicht, weil ich so fies bin (bin ich nicht!), sondern weil man schon auch mal ein bisschen arbeiten muss, wenn man 2 Wochen Schule schwaenzt oder. Und schoener, als mit einem Milchkaffe mit viel Zucker im botanischen Garten in Sydney auf der Wiese zu liegen und eine bisschen zu arbeiten geht’s ja wohl schon mal gaaaaaaaaaaaaaar nicht!

 

Australien und Umweltschutz März 20, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 11:13

Ich bin positiv ueberrascht, wie frueh australische Kinder an den Umweltschutz und den bewussten Umgang mit der Natur herangefuehrt werden. Ueberall wird aufgeklaert und trainiert. Egal ob es den Artenschutz betrifft, die Muelltrennung oder Energiesparen. Alles ist kindgerecht aufbereitet und die Australier werden nicht muede, es immer wieder zu wiederholen, plakativ in Szene zu setzen und zu (das wichtigste) zu leben. Und, oh Wunder, man wird nicht muede, davon zu lesen oder es zu beobachten, weil es so „nett“ gemacht ist.

Besonders begeistert war ich allerdings von dem Oeko-Wohnviertel und der Oeko-Schule, die ich in Perth besichtigen durfte. Die Schule ist so gebaut, dass die Fenster im Winter die tiefstehende Sonne hereinlassen, um die Raeume aufzuheitzen, im Sommer dagegen, die hochstehende Sonne blocken (richtig erklaert, Sybille?). Ueberall kleine Gaertchen zum hegen und pflegen, ein kuenstlich angelegtes Feuchtgebiet in dem man Motorrad-Froesche (ja, die heissen tatsaechlich so ;-) und anderes Getier behorchen und bestaunen kann.

Anders als in Singapore, wo man sich nicht „traut“ sein Kaugummi auf den Boden zu spucken, weil man sonst strafrechtlich verfolgt wird ;-) mag man in Australien gar nichts auf den Boden werfen, weil man zu der unglaublich umweltfreundlichen und naturschuetzende Community einfach dazu gehoeren will. Zu Ostern hat die Lene jetzt denn auch das Buch bekommen: „How you can safe the planet!“ Sehr witzig geschrieben und wunderschoen bebildert.

 

Ich hab noch einen Koffer in… März 19, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 8:30

Ich hab noch einen Koffer in Berlin Perth!
„Ich kann atmen!“ war das erste, was ich dachte und sagte, als wir in Perth landeten. Die Luft war einzigartig. Ein frischer, scharfer Wind bliess und wir froren sogar ein bisschen. Es fuehlte sich an, wie ein wunderschoener warmer Fruehlingstag an der deutschen Nordsee. Wunderschoen! Ein Bekannter, der uns abholte meinte nur: „Jaja, wir haben hier sogar richtige Jahreszeiten.  Da staunt ihr, was?!“

Unser Bus fuhr uns durch eine surreale Duenenlandschaft, rechts und links der Strasse tuermten sich kleine Sandverwehungen und die Strasse glitzerte wie von Frost; war aber natuerlich Sand, was da glitzerte. Der Sommer hier muss unertraeglich heiss gewesen sein – das erzaehlen einem die hartgesottensten… daher ist alles sehr vertrocknet, aber immer noch viel Gruen drumherum.

Wir kamen schliesslich in die Wohngebiete und ich muss sagen, dass Perth ein wenig Aehnlichkeit mit dem Hochdahler Markt hat – nur eine Millionen Mal groesser. Die Gebaeude sind alle relativ flach, so ziemlich alle Einwohner leben in Einfamilienhaeusern, womit sich auch die extremen Ausdehnungen dieser Stadt erklaeren. Das wirkliche Zentrum sahen wir nie… nur von weitem.

Trotzdem sind wir viel rumgekommen. Leider hatte Heath Ledgers’ Lieblingscafe, der Indian Tearoom, geschlossen :( Das waere ein grossartiger Australieneinstieg gewesen. Wir holten uns stattdessen Fruehstueck in einem Strassencafe und die Kinder schwammen im Meer und spielten am Cottesloe Beach. An dem Strand, an dem noch 2 Wochen vorher die australische und hollywoodianische Schauspieler Prominenz einen grossartig aussehenden Schauspieler verabschiedet hat. GENAU HIER, an seinem Lieblingsbeach, hat naemlich Hedges’ Trauerfeier statt gefunden. Statt zu baden, beobachtete meine Tochter stundenlang Seagulls (Seemoewen) und Papageien, sammelte Federn, katalogisierte und genoss… einfach so rumzulaufen. Unglaublich, was fuer wunderschoene Voegel hier frei rumfliegen. Ich war von den Socken.

Ich genoss die Ruhe, das sitzen in der Sonne, ohne gleich zu verbrutzeln (ja, das ist tatsaechlich hier moeglich – haette ich auch nicht gedacht) und diese wunderschoene Luft.

Wir sind angekommen – und beide schwer verliebt :)

 

Neulich gegen mittag… März 17, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 4:14

Neulich gegen mittag, fielen einige Burmesen vom Himmel (tatsaechlich sprangen sie vom Dach, welches gerade saniert wird). Sie betteten sich auf die Terasse, rauchten irgendein uebel riechendes Kraut (ich hab ja schon viel geraucht, aber so was *zzzzzz*) und schliefen. Zirka eine Stunde, dann standen sie wieder auf uns arbeiteten weiter. Dass sie da wenige Zentimeter vor unser alle Augen rauchten, schliefen und sich die Zeit vertrieben… wir konnten es gar nicht glauben (warum eigentlich nicht?)

Wohlbemerkt, sie arbeiteten nicht auf der Terasse, sondern auf dem Dach. Man stelle sich das in Deutschland vor. Der Fensterputzer betten sich auf Deinen Balkon und macht ein Schlaefchen, isst ein bisschen… irgendwie isses ja auch wieder schoen ;-) Naechste Mal aber bitte die Kippen mitnehmen…
img_3086.jpg

 

Karlfreitag März 13, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 2:38

Als ich noch ein Kind war, habe ich mich immer gefragt, warum der Karlfreitag Karlfreitag heisst. Eigentlich war es doch kein Karl, der Jesus verraten hat. Das war doch Judas. Aber vielleicht, so dachte ich, wollte man dem boesen Judas nicht den Gefallen tuen, und einen so besonderen und hohen christlichen Tag nach ihm benennen. Darum hat man dann den Karl genommen.

Ich waere ein viel schlaueres Kind gewesen und heute dazu ein noch viel schlauerer Erwachsener, wenn es damals schon Google, Wikipedia und Co gegeben haette.

Typischen Satz meiner Tochter; also ein Satz, den sie mindestens einmal am Tag verwendet: „ich google das mal eben“ oder „ich check das schnell in wiki“

Haette es also damals schon Google, Wiki und Co gegeben, haett ich schon in der Grundschule gewusst, das das Karfreitag (eben ohne „l“) heisst und aus dem althochdeutsch von Kara, was  so viel heisst wie Trauer, Klage oder Kummer, stammt.

 

Beim Taxi fahr’n liebenswerten Spinner kennengelernt März 13, 2008

Gespeichert unter: Expat — thaimo @ 2:10

Taxi fahren in Singapore ist sehr entspannend, wenn man denn eines ergattert. Aber anders, als in New York, muss man nicht todesmutig auf die Strasse springen, um eines zu „erlegen“ (habe mir sagen lassen, dass es in NY tatsaechlich so ist), man stellt sich an einer Schlange an und wartet asiatisch geduldig, bis man dran ist. Das koennen mit unter locker 60 min. sein. Anders als in Thailand, wird man in Singapore von Taxifahrern auch nicht ueber den Tisch gezogen, sondern alles laeuft geregelt und strukturiert ab (ich liebe ja Strukturen ;-) Einsteigen, losfahren, anhalten, Grundgebuehr plus gefahrene Kilometer bezahlen, aussteigen, fertig.

Ich steige also ganz entspannt und gemuetlich in mein Taxi und freu mich auf 30 min. entspannte Klimaanlagenkaelte.

Der Fahrer dreht sich um. „Ahhh, you went shopping!“
„No,“ sagte ich, grossartigen Erklaerungen ausweichend „visit friends!“ (eigentlich war ich ja beim Arzt, aber was geht den das an!)

„You are from…?“
„Germany, now living in Phuket!“ sag’ ich kurz angebunden und friemel dabei an meinem Ipod rum – kann ihn nicht schnell genug in die Ohren stopfen. Vielleicht hoert der Typ ja dann auf mit diesem schrecklichen Small“getalke“.

„Ohhh Phuket! Beautifull! But why you left Germany! It’s so nice! Nice Country! Beautifull, oh, wonderfull, Germany! I love Germany! I have friends there!
„Really?“ frag ich eher genervt und krieg den Knoten nicht aus dem Kopfhoerer.

„Why you are here? Go back Germany. Germany is so nice! Oh, how I love Germany. I love your Audobaaaaaaaan!“
Ich schmunzel das erste mal.
„Ja, ja! I can go there 200 with my racing car. Brrrrrrrummmm, like Mikael Skumaker!“ Er lacht laut.
„I love Stuttgart, Muenchen, Berlin… I have friends everywhere. But most of all I love the Audobaaaaaan!“

Ich laechel ihn jetzt ein bisschen an und das scheint ihn irgendwie zu ermuntern: „Gutten moggen, gnaedig Frau. Habben Sie gut geschlaffen? Ich bestellen ein Bier und ein Weisswust. Nicht so schnell, nicht so schnell…“ Wie Maschinengewehrfeuer entladen sich ploetzlich deutsche Floskeln Saetze in meinen Ohren und der Kerl stoppt nicht. Dann doch… eine Pause (nicht lang’ genug fuer die Kopfhoerer)… aber er holt nur Luft:

„My son is working at the formular one!“
„Oh, cool!“ sag’ ich „his name is Michael Schumacher?“
Er lacht sein unglaublich lautes Lachen, bleckt dabei die braunen Zaehne und erzaehlt, dass sein Sohn in Deutschland Ingenieurwesen studiert hat und bei McLaren Mercedes arbeiten. Und dann hoere ich mir einen 15 minuetigen Monolog ueber die Formel 1, sowie das Rennen im September in Singapore an.
„Crazy, crazy people. Driving in the city. You can’t go shopping, nobody is allowed on the street. Crazy people. Dangerous! Ohohohoho sooooo crazy! If you step out a shopping center, you will be dead“ So redet er die ganze Zeit. „You come and watch formular one. I have tickets. I am invited from McLaren Mercedes. Crazy!“

Mittlerweile bin ich nur noch amuesiert. Er erzaehlt von seinem Haus und seiner Familie in Perth und dass er nur zum Spass Taxi faehrt. Seine Frau verdient ja genug  Geld. Sie hat in Harvard (oder war’s Oxford) studiert und macht irgendwas mit Biologie. So richtig habe ich ihn zu dem Thema leider nicht verstanden.

Nun erzaehlt er ploetzlich, dass er arge Probleme hat, samstags in Singpore durch die Stadt zu gehen, denn immer wieder wuerden ihn dieLeute erkennen, nach ihm greifen, in fotografieren. Ich rutsche ein bisschen auf die andere Seite der Sitzbank um sein Profil besser zu erkennen. „Muss ich den kennen?“ frag’ ich mich. Er hoert einfach nicht auf zu reden und erzaehlt, dass er, wenn er gerade nicht Taxi faehrt, in einer Band spielt. „I am Drummer! But I am also a singer! Like Ringo Starr! You know the Beatles!“ Ich sage: „Yes, I love them!“ Diesen Ausspruch haette ich mir besser gespart. Denn sofort schmettert er los: „Hey Jude!“ in einem grotten schlechten Englisch. Mir wird schlecht. Als er fertig ist folgt, wie soll’s auch anders sein „Yesterday“. Dann ist er fertig und ohne Luft zu holen geht’s weiter mit erzaehlen.

„When I play music, all the girls are sceaming, ‘Bob, Bob, Bob! Sing us the Beatles’ and I do and when I am coming home, I have lipstick all over my shirt!“ So, also, DAS ist dann jetzt doch ein bisschen zu viel. Vor mir sitzt in einem alten, klapprigen Taxi ein knapp 60jaehriges, hutzeliges, altes, nicht besonders gutaussehendes, kleinwuechsiger Maennchen mit einer anscheinend bluehenden Phantasie. Ich glaub ihm nix mehr.

Nicht die Geschichte mit den Kindern, die ihre Muetter dazu draengen mit ihm zu fruehstuecken, wenn sie ihn morgens in der Hotel-Lobby sehen („Bob, Bob, come, you have to have breakfast with us) und auch nicht das er Tom Jones und Jimmy Hendrix persoenlich kennt (bzw. kannte). Neee, jetzt ist genug. Ich glaub’ auch nicht, dass er Hip-Hop macht und ein Gangsterrapper sieht wirklich ganz anders aus. Ich wundere mich auch, dass die ganze Familie so schrecklich erfolgreich und reich sein soll und er zum Spass Taxi fahren geht – in einem voellig anderen Kontinent. Ich glaub jetzt nix mehr. So! Bin ja auch schon fast am Flughafen und darf aussteigen. Ich drueck ihm zum Abschied ein gutes Trinkgeld in die Hand, denn die Show, die er geliefert hat, hatte schon etwas von Kabarett.

Das waren die unterhaltsamsten 30 Minuten meines Lebens – auch wenn ich zu naechst keine Unterhaltung wollte. So kann’s gehen!

 

scheisse heiss März 11, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 12:06

Es gibt nix zu schreiben, ausser dass es scheisse heiss ist. Es ist so heiss, dass ich mir ein Spiegelei auf dem Unterarm backen koennte, wenn ich wollte. Will ich aber gerade nicht. Ich will Schnee! Til redet auch den ganzen Tag von Schnee und Gletschern… woher er das nur hat?

Wer hatte eigentlich die Idee nach Thailand zu gehen??? Ich brauch jetzt einen eigekuehlten Gin-Tonic… und schuess!!!