Der uebliche Anticamper hasst es, mit seinem Waschzeugs zum eigens dafuer vorgesehenen Waschhaeuschen zu latschen (egal bei welchem Wetter) und er hasst es staendig ueber dreckverschmierte Kindergummistiefel zu stolpern. Ausserdem hasst er andere Camper, die froehliche grillend neben ihren Zelten oder Campern hocken und Spass haben und staendig meinen, man wollte jetzt sofort ein Gespraech (seh ich einsam aus?).
Ausserdem hasst der Anticamper chemische Toiletten, die bei unsachgemaessem Gebrauch waehrend der Fahrt ueberschwappen oder bei zu viel Zewa, von Kinderhand hineingeworfen, schwer zu reinigen sind. Ausserdem findet der Anticamper (der eigentlich ansich sehr gerne kocht) kochen im Camper total scheisse, weil alles total eng ist, man sich staendig anstoesst, das was man braucht gerade nicht da ist und ueberhaupt alles ich so… so??? IMPROVISIERT!!!
ICH HASSE CAMPEN
(versuche allerdings, durch unverbohrtes, tolerantes und weltoffenes Verhalten, meinen Kindern diese einmalige Art des Urlaubens nahe zu bringen)
OK. Es ist ein Highclass Luxuscamping, aber es ist immer noch camping… aber ich frage mich gerade, warum jemand der zu Hause eine Full-time-Haushaltshilfe hat (die einem die Waesche hinterhertraegt und, wenn auch maessig sauber, dennoch: putzt und so gar manchmal kocht) Warum dieser jemand mit stinkenden Kinderunterhosen und anderer Waesche ueber eine Wiese rennt, um noch eine Waschmaschine zu ergattern (dabei die Haelfte der Unterhosen schlicht weg verliert um auf dem Rueckweg die verlorenen stinky-pinky Hosen wieder einzusammeln), versucht in einem 2 Liter fassenden Mini-Topf Spaghetti fuer 5 (hungrige) Personen zu kochen (Sosse, in einem extra Topf) und dabei noch geschwinde die Betten macht, abspuelt und die Kueche (was sich so Kueche nennt!) saeubert! was noch??? Ist das Urlaub?
Jeb! Und es ist schoen! Auch wenn ich campen MUSS!
Toll finde ich, dass man, einmal auf einem Campingplatz angekommen, die Kinder alle aus dem Auto treten kann und die spielen, spielen, spielen… Voll super!!!
Die Kinder sind also gluecklich, dreckverschmiert und fragen aber leider tagsueber staendig „wann sind wir da?“ Ich erklaerte heute: „Wir werden niemals ‘DA’ sein. Denn wir haben kein Ziel. Das ist das spezielle an unserer Reise. Wir fahren einfach so herum und wenn wir’s irgendwo schoen finden, dann sagen wir ’so! jetzt sind wir da!’ Dann steigt man aus und ist eben ‘DA’. (Da ist also in dem Fall nicht ‘da wo man hin will’ sondern ‘da wo man bleiben will’) Also keine weiteren Fragen mehr! Eure Mutter muss sich beim Karten lesen ueber das uebliche Mass hinaus konzentrieren!“
2 Minuten spaeter: „Wann sind wir endlich da?“
Und dann wieder: „Warum drehen wir eigentlich schon wieder!“ *lach*