Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

Eco-Tourismus April 18, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 2:17
Tags:

Gestern lag diese suesse Robbe einfach so am Rande eines Parkplatzes herum.

Echt spannend, denn man konnte wirklich ganz nah ran. Ueberall standen allerdings Schilder, dass man, zum Schutz der Tiere, bitte 10 m Abstand halten sollte und dass man die schlafenden Tiere bitte nicht wecken oder schlafende Tiere nicht wegrollen solle… Das stand da echt, und ich dachte mir so, das schreiben die ja nicht ohne Grund. Da muss es doch tatsaechlich irgendwelche kranken Hirne geben, die schlafenden Seehunde wegrollen *augenroll*

Wir taten unser bestes die Kinder auf Abstand zu halten (was echt eine erzieherische Meisterleistung war) und leise waren sie fast wie von selbst, weil es schon ein, sagen wir „atemraubendes ohne Wort“-Erlebnis war. Als wir genug gesehen, gehoert und natuerlich geknipst hatten (ohne Blitz und mit Tele) sammelten wir uns, stiegen in unser Mobil-home und wollten los.

Hinter uns kamen zwei aeltere Ehepaare angetaenzelten, liefen zu einer schlafenden Robbe und hielten ihr im Abstand von 50 cm eine Mini-Kamera ins Gesicht. Nicht genug, nein, sie knipsten auch noch mit Blitz (!). Das Tier wurde dann auch wach, das arme! Zumindest sahen wir auf die Entfernung, wie es den Kopf hob. Als wir mit dem Wagen die Gruppe passierten, hoere ich nur noch, wie die Frauen schmatzende, schnalzende Schosshuendchengeraeusche (die man so mit dem spitzen Mund macht und dabei die Luft einzieht) machten, um das Tier auf sich aufmerksam zu machen. Ich dachte nur „Oh, mein Gott!“

Fuer 95% der Leute an diesem besonderen Platz, waere es der absolute Frevel gewesen, sich naeher als empfohlen den Tieren zu naehern. Alle schossen mit Abstand ihre Bilder, sassen still, schauten und staunten… aber dieser kleine idiotische Rest ist wohl daran Schuld, dass die Tiere tatsaechlich einen unglaublichem Stress ausgesetzt sind und dass dieser Platz nicht mehr lange der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht werden wird.

Und wir wuerden das sogar begruessen. Fettes verspiegeltes Glas in einem grossen Abstand und dann koennen sie blitzen, klopfen und schnalzen was das Zeug haelt. Schade fuer alle anderen vernuenftigen Eco-Touristen, die ein tatsaechliches Interesse an Natur und Leben haben und nicht nur an guten Shots :(

Dazu habe ich gerade mal diesen kontroversen Artikel gefunden, wen’s interessiert:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,289623,00.ht

 

Warten auf den Wal April 18, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 1:41
Tags:

Der Himmel ist grau, der Wind schnittig und es regnet, regnet, regnet. Nicht dieser dicke fette Monsumregen, den wir gewohnt sind, sondern der feine Nieselregen, der in jede Ritze schluepft und von dem man nicht mehr weiss, ob er jetzt von oben oder von vorne (wo das Meer liegt) kommt. Jedenfalls isset richtig nass hier!

Wir wollen uns ja nicht beschweren, denn wir hatten waehrend unserer Reise ein Traumwetter (wenn’s auch kalt war ;-) aaaaaaaaaaaaaaaber: Wir sitzen hier am Meer im Camper und warten darauf, dass der Himmel aufreisst und unser gebuchter Whale-Watching-Trip statt findet. Fuer mich, einer der Gruende ueberhaupt hier zu sein.

Koennt Ihr mal alle bitte kraeftig Daumen druecken… bitte jetzt!!! Wir haben noch 1,5 Tage, zum sitzen und ausharren. Und ich harre, harre, harre… der Dinge, die da kommen werden und hoffe es ist ein Wal (oder ein klitzekleiner Orca). Gleich spazier’ ich mal ueber den Strand, in der Hoffnung die ein oder andere Schwanzflosse zu sehen.

Dann drueckt mal fleissig, bitte!

 

Tot ueber’m Zaun haengen April 12, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 8:24

Meine Freundin hat sich mit ihrem Mann ein Stueck Land (es ist kein Grundstueck, es ist richtiges, echtes LAND – so wahnsinnig viel ist es) in Neuseeland gekauft. Sie bat uns vor unserer Abreise, doch mal vorbei zu fahren und eine Nacht darauf zu campen, um die Aura zu erspueren und unsere Meinung abzugeben. Meinungen zum Beispiel, was fuer eine Art Haus und wo (?) (ja, ein Grundstueck kann tatsaechlich so gross sein, dass man sich ueberlegen muss, wo man baut… nicht wie hoch man bauen darf/kann, damit man moeglichst viele Quadratmeter Wohnflaeche zusammenbekommt) und ob ueberhaupt…

Das erste was wir sagten, als wir in die Strasse reinfuhren war: „Hier wollen wir doch noch nicht mal tot ueber dem Zaun haengen!“ und als naechtes sahen wir das hier:

Wir mussten anhalten und uns erstmal auslachen, sonst haetten wir nicht weiterfahren koennen,

Die Aura allerdings war grossartig. Ein bemerkenswertes Fleckchen Erde, aber ausser einer schoen bemauerten staubigen Auffahrt auf einen einsamen Berg ist auf dem LAND noch nix zu sehen. Da muessen die aber mal voran machen mit den Bauarbeiten, denn ich komm doch naechsten Winter zum Skifahren. Queenstown scheint naemlich hier das boomende Ski-Mekka zu sein (nur coole Snowboarder und Maedchen mit hippen geflochtenen Pipi-Langstrumpf-Zoepfen) und ich koennte mir vorstellen, dass wenn es weiterhin so waechst, unsere Freundin nicht mehr 45 Autominuten von der naechsten zivilisierten Siedlung weg wohnt, sondern mitten drin im Ski-Zirkus. Ist doch cool. Ich mag mir aber nicht vorstellen, wie sie die Kinder bei starkem Schneefall von der Schule abzuholen gedenkt. Da muss wohl ein Hubschrauber-Landeplatz her (und ein Hubschrauber). Genug Platz haetten sie ja.

Die Nachbarn sind etwas… naja… seltsam! Einer verfolgte uns mit seinem Pickup und hielt uns an einer Kreuzung an (um uns rum nur Wiesen, Berge und Schafe). Er fragte, ob wir Lust haetten auf seinem Land zu campen, er koenne uns Wasser und auch was zu Essen geben. Ich bat Andi weiterzufahren, denn irgendwie sah der Typ so aus, als habe er das Schaf (und womoeglich noch andere Sachen) tot ueber den Zaun gehaengt. Er sagte er wolle nur 20 Dollar von uns, dann koenne er in den Pub. Ich sagte zum Andi, dass wir besser machen sollten, dass wir weiter kommen, ansonsten haengen wir fuenf morgen tot ueber’m Zaun. Habe wohl zu viel Shining und so’n Zeugs gelesen. Aber irgendwie hatte der Typ was unheimliches. So!

Campen konnten wir auf dem Land meiner Freundin Gott sei Dank nicht. Sehr gute Ausrede: Die Naechte sind tatsaechlich so furchtbar kalt und ohne Strom und Heizluefter nicht auszuhalten. Frage mich, wie die Typen nebenan im Zelt morgen frueh aussehen. Wie tiefgekuehlte Suppenhuehner, denke ich

 

Pfui Spinne! April 12, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 8:13
Tags:

Wir sind noch gemeiner – nicht nur dass wir die Schoki wegfuttern, NEIN! Auch noch,  dass unsere Kinder Aktivity-Points sammeln muessen, wenn sie im Land des endlosen Thrills etwas tolles unternehmen wollen.  Einen Point gibt es fuer’s „lieb sein“ waehrend der Autofahrt, fuer positives soziales Verhalten (z.B.: „Bleib ruhig sitzen Mama. Ich geh mit dem Til auf’s Klo!“ oder „Klar kannst Du mal mit meinem Gameboy spielen/ipod gucken, liebster Papa!“), fuer’s Abspuelen, Betten machen und 2 Points fuer’s chemische Toilette am Morgen reinigen.

Die Maedels wurden auch schon, bei letzterer Taetigkeit, sehr bestaunt. Ein Mann sagte: „Toll, dass sie die Kinder so was machen lassen. Die Kiwi-Kinder sind ja eher faul!“ (Was fuer ein gemeines Schubladen denken, zzzzz) Tja, und viele gucken sich um *such, such* – nach dem Motto: Wo sind denn die Eltern dieser armen Geschoepfe? Ich sitz’ ja waehrend dessen mit nichten im Liegestuhl und lese, sondern packe alles fuer die Abfahrt, wasch ab, falt Waesche oder so’n Kram… Gott sei Dank, sonst haette ich laengst das neuseelaendische Jugendamt auf dem Hals ;-)

Ihre Points koennen die Kinder dann zusammenschmeissen und fuer’s Reiten, Boot fahren, Trambolin springen, o.ae. ausgeben. So ziemlich alles kostet 5 Points. Muss dann aber auch eine Aktivitaet sein, von der alle Kinder was haben.

Gestern fragten sie ganz aengstlich, ob denn die Seilbahnfahrt auf Berg XY fuer sie was kosten wuerde, die Armen :) Also NEIN! Eine Seilbahnfahrt die Mama und Papa ausgesucht haben, kostet nix.
Heute morgen dann, die Kinder nach 2 Wochen der endlosen Aneinanderreihung von Action-Aktivities muede, sind nun leider auch des Points-sammelns muede geworden. Da wollte irgendwie keiner das Klo sauber machen. Auch nicht mein Mann. Da musste ich doch tatsaechlich… Pfui Spinne, war das eine  Matschepampe und wie ekelig das roch. Von heute an gibt es doppelte Points-Zahl fuer die Toilette, das hab’ ich jetzt entschieden. Das ist nun wirklich eine Zumutung. Wie konnte der Vater das nur zulassen, der wusste doch wie ekelig das ist  ;-) Pfui Spinne!

 

Rabeneltern April 12, 2008

Gespeichert unter: Familie — thaimo @ 8:08
Tags: ,

Ich gestehe, wir sind Rabeneltern. Wir essen abends heimlich die guten Suessigkeiten, wenn die Kinder schon im Bett sind und sagen „getz is abba schluss mit fernsehn“ und gucken dann noch ganz, ganz lange „Greys Anatomie“ (1. Teil, 4. Staffel – wie weit ist Deutschland?) oder „30 days“, natuerlich ganz ganz leise. Wenn doch mal einer wach wird verstecken wir die Schoki unter’m Kopfkissen :) Was sind wir nur fuer Vorbilder???!!! *entsetzt guck*

 

*bucks vs. McCafe April 12, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 8:07

Ich bin ja begeisterte Starbucks-Anhaengerin. Eine Stadt ist fuer mich erst eine Stadt, mit einer Starbucks-Filiale. So wie ich frueher City-Center nach H&M und DM-Filialen abgescannt habe (und immer sehr schnell erfolgreich war), scanne ich  nun nach Starbucks. Nicht minder erfolgreich!

Wenn Ihr Euch auch fragt, wer eigentlich diesen ganzen Merchandise-Kram von der Cafe-Kette kauft (von Keksen angefangen, ueber Kaffeetassen *gerne-auch-zu-Weihnachten-von-mir-verschenkt-werdend*, bis hin zu den suessen Knautsche-Stofftieren *Kinder-als-Alibi-her-halt*) – das bin ICH.

Nach dem die Thrill-Kasse (so nennen wir das Budget, dass wir hier fuer Freizeit-Aktivitaeten ausgeben koennen) fast aufgebraucht ist und mindestens noch fuer eine Whale-Watching-Tour ausreichen muss, hat der Haushaltsvorstand (me & man) die Geldausgebehandbremse angezogen.

Darum wurde heute, gegen meinen lautstarken Protest und auf Anraten meines Gatten, ein McCafe statt eines *bucks angesteuert.  Kenn ich nicht – trink ich nicht! Ich hab’ mich mit Haenden und Fuessen gewehrt. Genutzt hat es gar nix. Gegen das Argument, dass ein Kaffee (einer! ein einziger!!!) 1,50 Dollar billiger ist als bei meiner favorisierten Cafe-Kette konnte ich nicht wirklich ankommen. Also gab ich mich geschlagen und ging hinein.

Nicht ohne zu moppern, dass es ja gar keine Thunfischbaguettes gibt. Ist doch doof! Aber was ist das. Der „Blueberry Crumble“ lacht mich so nett an. Mhhh, johhhhhh 3, 2, 1… meins! Probieren schadet nicht. Und fuer die Kiddies eins von diesen billigen Wraps, die eh nicht schmecken, da bin ich sicher!!! Da kommt auch schon mein McDoof-Kaffee. Da bin ich aber mal gespannt…

as soll ich sagen? Der Kuchen ist himmlisch und der Wrap genial, vor allem alles frisch. Tja und der Kaffe:

Starbucks Qualitaet

Ich bin ueberwaeltigt und muss gestehen, dass dieser Kaffe nix mit dem schwarzen Gesoeff zu tuen hat, den wir freuher in den Morgenstunden (als nix anderes mehr oder schon auf hatte) auf dem Weg zum Skiurlaub oder aus der Disco beim McDoof kaufen konnten. Dieser Kaffee hier ist spitzenoberklasse, jawoll!

Das waren alles in allem mindestens 10-15 Dollar, die wir gespart haben. Da kann ich ja dann jetzt 2 Latte im *bucks von kaufen, oder?

 

Nintendo Generation April 11, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 10:25
Tags:

Ich find voll doof, dass ich laut Wikipedia der Generation Golf angehoere (die Generation, die das Markenbewusstsein praegte, eher unpolitisch ist und eine materielle und sorgenfreie  Jugend hatte). Viel lieber waeren ich und mein Gatte Kinder der Nintendo-Generation, derer, die das Informationszeitalter komplett (von der Wiege bis zur Bahre) aufsaugen duerfen… *grumpf*

In unserem Camper sieht es allerdings eher so aus, als seien wir tatsaechlich 10 Jahre spaeter auf die Welt gekommen.

Wir kommen mit unseren Adaptern nicht mehr hin, alles, aber auch alles bis zum Morgengrauen wieder aufzuladen. Ein bisschen krank sind wir schon – zugegeben… aber so ganz ohne, koennen auch WIR (die Generation Golf) nicht mehr :) Allerdings fahren wir hier einen Ford. Das ist schon sehr peinlich, wo ich doch so markenbewusst bin :(

 

Atem raubend April 11, 2008

Gespeichert unter: Neuseeland — thaimo @ 9:30
Tags:

Sitze gerade vor einem Heizluefter und habe warme, muckelige Fuesse und rote Baeckchen. Wir touren ja jetzt schon seit 1,5 Wochen mit kaputter Heizung durch Neuseeland. Gott sei Dank haben wir nun einen Heizluefter *freu*. Zwar ist der bloss ausgeliehen, aber ich erfreue mich an ihm, solange ich ihn habe.

Jetzt habe ich auch endlich die Muss(*scharfes S jedesmal suchend….*)e, Fotos zu sortieren, runterzuladen und hoffentlich auch einzustellen :) Die letzten Tage war ich immer um 8 Uhr im Bett unter der viel zu duennen Decke verschwunden und habe mir warme Gedanken gemacht

Wir sind in den letzten Tagen die Westkueste heruntergekommen und haben die Gletscher besucht (grossartige Kinder, liefen wie Duracelhaeschen ueber Stock und ueber Stein). Ich muss, glaube ich nicht schreiben, wie wahnsinnig beeindruckt wir von der dramatischen Kueste und den unglaublichen Bergen hier sind… und alles so nah beieinander… unglaublich. Das Wort „Atemberaubend“ findet hier fuer mich einen ganz neue Bedeutung, denn… ich muss tatsaechlich nach „Luftschnappen“ oder „mich erstmal setzen“ (und alles wirken lassen) wenn ich vor solch beeindruckender Kulisse stehe. Und oft ist es so, dass man in der einen Sekunde noch an einer paradiesischen Buch vorueberfaehrt (und man sich die Augen wundguckt, weil man ja doch mal den ein oder anderen Wal sehen moechte!!!) und in der naechsten Sekunde steht man in mitten eines Bergpanoramas, dass aus „Herr der Ringe“ herausgeschnitten zu sein scheint. Manchmal macht es einem Angst, so unglaublich majestaetisch kommt’s daher. Dann wieder faellt einem der Unterkiefer runter, wenn man sieht, wie sich ein riesen Strom nach dem anderen in’s Meer ergiesst (und man ueber einspurige Zwergenbrueckchen diese Fluesse auch noch ueberqueren darf/soll/muss). Ich hab’ so was noch nie gesehn.

Noch vor ein paar Wochen habe ich „Gefaehliche Geliebte“ gelesen, wo der Mann (das Schwein!) fuer seine Geliebte einen starken, maechtigen Fluss suchen soll, der in ein Meer muendet, weil sie da die Asche ihrer Mutter reinwerfen wollte. Da dachte ich noch so bei mir: „… mhh, wuesste ich jetzt nicht wohin mit der Alten!“ Jetzt weiss’ ich’s! Ich wuerde sie hierher bringen und ich finde den Gedanken schoen, wenn mich mal jemand hier herein streuen wuerde… so, guck’ ich mal ob dat klappt, mit die Bilders:

I

 

WIR – die Outdoor Family April 6, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 10:05

Early bird is catching the worm – und wir haben heute einen fetten Wurm gefangen und alle sind sich einig: Das war bisher der tollste Tag (ohne die anderen schmaelern zu wollen)

Wir waren heute sehr frueh auf – aus Versehen – denn auch in Neuseeland stellt man die Uhren auf Winterzeit um. Nennt sich „Daylight-Saving“ und wird so ziemlich ueberall auf der Welt gemacht. In Thailand hat’s wohl nicht soooo viel Sinn, weil wir zu nah am Aequator sind, aber egal… Jedenfalls waren wir nach Ortszeit schon gegen 8 Uhr unterwegs, um eine gescheite Aktivity fuer alle zu finden. Aber alles war noch verrammelt. Ausser diese coole Farm, jedem Neuseeland-Urlauber an dieser Stelle waermstens zu empfehlen.

Wir liehen uns zwei vierraedrige Monster (Quads) aus, mit denen man durch die Pampa fahren kann und der Guide, der uns begleitete, war so nett, die Lene mit auf sein Quad zu nehmen, so dass alle Kinder mit konnten. Hier war es nicht die Pampa, sondern ein Waldweg auf einen nahegelegenen Berg, durch Schafsweide, Fluesse (da immer die Fuesse hoch, sonst gibt’s nasse Socken) und eben ueber Stock und Stein. War einfach nur super toll. Ich bezweifel, dass das unter die Rubrik „Eco-Tourism“ faellt, aber war mir heute egal. Nach einem quaekigem Tag gestern, hatten wir uns was tolles verdient. Und ich sortier’ ja auch immer meinen Muell.

Andi und die Maedels wagten sogar einen Ritt mit dem „Skiwire“, einer Maschine, die aussieht wie eine Seilbahn, aber bis zu 105 km schnell ins Tal saust… um dann wieder zurueck zu sausen. Ja, witzig, witzig! So was koennen auch nur Maenner gut finden… und ihre Toechter dafuer begeistern. Die Maedchen waren total aus dem Haeuschen. Aber so schlimm kann’s denn auch nicht gewesen sein (wie ICH dachte), denn nach meinen Liebsten traten 2 aeltere Paerchen, alle vier so um die schlappe siebzig auf die Plattform und wagen den Flug. Ich sah sie spaeter noch in dem Kaffee im Tal und sie erfreuten sich bester Gesundheit :) Wow! War schwer beeindruckt, von deren Thrill-Level. Meiner war schon vom Zugucken ueberschritten.

Zweimal auf unserer Tour trafen wir auf kleine Touristengruppen, die mit VW-Bussen unterwegs waren. Die waren so begeistert von unseren (wohl etwas kleinen, aber wer fragt denn hier danach…) Kindern auf den Quads, dass wir als Urlaubsfotomotiv herhalten mussten. Eine Gruppe hatte 2 Buben in Lenes Alter dabei, die sehr aergerlich guckten. Wahrscheinlich hatten die nicht so coole Outdoor-Mamis, wie ich eine bin, und mussten deshalb die Tour mit dem VW-Bus machen. Die armen Jungs! Manchmal koennen Muetter echt eine Plage sein. ICH BIN COOL, JAWOLL!!! (aber mein Ruecken tut scheisse weh, nach reiten, kayken und co… bin ja nu auch nimmer die Juengste)

Auf dem Rueckweg zu einem der wunderschoensten Straende, die ich jemals sah, bin ICH dann mal im Auto eingeschlafen (sonst ratzen immer die Kids). War alles ein bisschen zu thrillig fuer meine Nerven :) Wir entspannten uns am Beach von Nelson und werden morgen weiter Richtung  Sueden eiern. Obwohl… hier wuerd ich gerne bleiben. Ich bin doch jetzt ein Outdoor-Maedchen (mit roten Wangen, struppigem Haar und dreckigen Schuhen) – da pass’ ich jetzt nach Outdoor-City, finde ich! Und Ihr?

 

Nelson – Outdoor City April 5, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 10:47

Ja, wir haben schliesslich doch eine Faehre bekommen und sind bei Nacht und Nebel auf die Suedinsel uebergesetzt. Doppelt aergerlich, denn die Faehrfahrt alleine muss atemberaubend sein (wenn’s nicht gerade dunkel ist, wie es bei uns der Fall war), wenn man vom Wellington nach Picton durch den Marlborough Sound tuckern. Aber jetzt sind wir in Nelson und werden gerade fuer alle kleinen Aufreger entschaedigt.

Die Stadt ist eine Perle. Nicht nur wunderschoen am Meer gelegen und von unglaublichen Waeldern und vorgelagerten Inseln umgeben, sondern auch die Bewohner sind speziell. Ueberall Outdoor-Maenner und Outdoor-Frauen in Fleece-Jacken, Long-Shirts, mit Rucksaecken oder Umhaengetaschen und ihren coolen Outdoor-Kindern (mit Einraedern, Skates, Boards, etc.). Hier traegt kein Mensch High-Heels oder Gucchi-Handtaeschchen und ueber Make-up oder 400 Dollar teuer Cremes (dazu muss ich bei Zeiten noch mal hier was schreiben…. kann mich wer dran erinnern!!!) mag hier auch keiner reden. DAS hier ist Outdoor-City. Wer hier nicht kitet, kayakt, paraglidet, fliegt oder irgendwas anderes schraeges outdoormaessiges tut, hat hier nix verloren. Das suggeriert zumindest das Stadtbild. Neben den coolen Menschen, coole Cafes und coole Geschaefte, alles cool, cool, cool… aber nicht so skater-cool oder surfer-cool, sondern eben eher outdoor-cool!

Wir fuehlen uns total wohl – fallen wir schon mal mit den drei dreckverschmierten Kindern nicht sonderlich auf. Hier haben ALLLE Kinder, so scheint’s zu mindest. Mehr oder weniger dreckverschmiert. Auch stoeren niemanden meine ausgebeulten Hosen und meine ollen Longshirts, mein beschissener Haarschnitt und meine trockene Haut. Auf unserer Insel waere das ja wieder Gespraechsthema Nummer eins bei der Gucchi-Mafia. Wahrscheinlich sehen mich diese Outdoor-Menschen alle an und denken nicht: „Sieht die scheisse aus!“ sondern eher: „Mensch, wo mag die herkommen? Mt. Everest, WildWaterRafting, oder den dreckigen Kindern nach zu urteilen vielleicht Extrem-Buddeling am Beach?“ Tjaha, SO denkt man hier… positiv!

Wir werden sogleich mitgerissen von der aussergewoehnlich aktiven Stimmung und lassen uns treiben… planen einen Fischfang-Trip am morgigen Tag. Der Vater (also Andi) gedenkt die Familie mit einem frisch gefangenen Lachs zu begluecken. Und wir muessen alle mit auf’s Boot, ihn anfeuern. Na, da sind wir ja mal gespannt. Reicht nicht immer nur auszusehen, als ob, gell? Und er sieht so verdammt gut outdoormaessig aus, der Andi. Erst vorgestern im Hochseilgarten sprach ihn ein Tourist an. Er wollte Hilfe und dachte, der Andi sei der Instructor. Ist doch geil, oder  ;-)

Ich meine, verstecken muss ICH mich in Outdoor-City nu’ nicht. Nach meinem 1,5 Stunden-Trek auf einem Pferd – mein erstes Mal im uebrigen und JA es tat weh, aber was tut man nicht alles, den Kindern zu Liebe – und einem 1-stuendigen Kayak-Trip ueber einen wunderschoenen Fluss sowie einer 2stuendigen Wanderung (incl. Kinder, wohlbemerkt) kann ich mich zumindest mal als Outdoor-City-Anwaerter anstellen? Wir bekamen denn auch heute direkt Immigration-Informationen bei der Campingplatz-Rezeption. Scheint, als suchen die hier noch ein paar coole Leute, hehehe.

Schaun wir mal!