Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

Kaese und Sprache Mai 31, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 1:53

Es hat mich jetzt 2 Jahre meines Lebens gekostet, bis ich schlussendlich begriffen habe, dass Menschen in sengender Hitze einfach keinen Kaese essen koennen. Da dieser hier zu dem noch suendhaft teuer ist, bin ich mal ganz froh… hab ich mehr Geld fuer Schuhe.

Unsere Kinder waren immer verrueckt nach Babybel (Sohn nennt’s “Bebybelle”) und Kiri (hier “Killikilli”). Wenn’s in’s Budget gepasst hat, habe ich beide des oefteren gekauft. Schon vor Wochen fiel uns dann auf, dass die Kinder den Babybell nur auspacken und die einzigen Personen im Haushalt, die den Kaese essen, sind wir Eltern und die Hunde. Ich glaube fast, die Kinder erwarten, dass wie in der Werbung der rote runde Kaese endlich losrollt und Abenteuer erlebt… oder so?! Wie enttaeuschend, wenn er dann einfach nur, wie ein ganz normaler Kaese auf’m Brot liegt und stinkt und schwitzt (hier in Thailand schwitzen nicht nur die Menschen)

Also hab ich den eh extrem verteuerten Kaes’ nicht mehr gekauft. So! Heute morgen das gleiche Spiel mit dem Killikilli-Kaes’. Wir entschieden, auch diesen nun nicht mehr zu kaufen, denn unsere Kinder haben nur Interesse am Auspacken und (witzigerweise) Aussprechen besagter Kaesesorten. Denn, auch wenn sie ihn NIE essen – der Einkauf wird immer begleitet von “Killikilli”- und “Bebybelle”-Gesinge.

Da muss ich aber jetzt mal den Hut ziehen vor den ganzen Lebensmittel-, Geschmacks- und Verpackungsdesigner, vor Kinder-Psychologen (die mit Sicherheit an der Entwicklung dieser Produkte beteiligt waren), PR-Managern, Werbetextern, Kommunikationsdesignern, und, und, und… moensch haben die einen tollen Job gemacht.
Und trotzdem kaufen wir Euren Kaes’ nimmer. So! Zumindest nicht mehr hier in Thailand!

 

Email Kultur Mai 31, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 1:49

Ich kann mich erinnern, als damals vor langer langer Zeit (irgendwann in den 90ern) die elektronische Post (=Email) in mein Leben trat. Wir waren priviligiert sie zu nutzen, unsere Adressen bestanden aus unseren Martrikel-Nummern und kein Schwein konnte sich seine Mail-Adresse merken (also ich zumindest nicht ;-) und uns wurden ein paar Regeln mit auf den Weg durch den Datendschungel gegeben.

Sofort antworten! (hahahaha, da kann ich gegenwaertig nur drueber lachen. Wer schafft das schon???)
Der Ton macht die Musik. Immer auf eine unmissverstaendliche Formulierung achten.
Hinzu kam der Umgang mit den Email-Adressen. Wer bekommt was “cc” und wer “bcc”. Sollte man nicht umhin kommen Massenmails zu verschicken, so tut man dies mit Adressaten unter “bcc”, so dass nicht jeder Empfaenger die Adresse der anderen Empfaenger lessen kann. Allerdings gehoeren solche “Massenmails” denn doch eher ausgelagert in Foren oder Diskussionszirkel, die anders gehandhabt werden und eigenen Regeln unterliegen.

Mir dreht sich der Magen rum, wenn ich Leute von heute mit dem Medium email hantieren sehen. Erst heute trifft mich wieder eine Mail „an *20 email-Adressen* and 10 more”. Natuerlich koennte ich, wenn ich denn wollte, jede einzelne Email-Adresse lesen und abspeichern. Und dies kann jeder, der mir unbekannten Empfaenger, ebenfalls mit der meinigen tun. Will ich aber nicht!

Mehr aber aergert mich, dieses Geschreibsel ueberhaupt erhalten zu haben. Leute, denen sonst keiner zuhoert, wenn sie auf dem Campus stehen und ihre Meinung sagen wollen (weil sie kein Rueckrat und keine Arsch in der Hose haben) meinen ueber Emails auch mal was zum Thema beitragen zu muessen. Da wird dann postwendend an einen Verteiler gesendet, von dem man nicht mal ansatzweise jemanden kennt. Aber haupsache man hat auch mal was dazu gesagt und fuehlt sich besser. Man hat ja was publiziert! Juchuh! Werd’ doch Journalist,  Mann!

Sehr schoen war auch eine Massen-Mail vor einigen Wochen, in der ein mir sehr nahestehender  Mensch der Unterschlagung angeklagt wurde (witzigerweise bekam auch der “Angeklagte” besagte Mail) , was natuerlich nicht den Tatsachen entsprach, aber dieser Emailer wollte mal aeussern, was er sich denn so denkt in seinem kleinen horizontal sehr beschraenktem Hirn. Das diese Email an 98 Personen ging, die weder der “Angeklagte”, noch der “Emailer selbst” , noch ein Bruchteil der “Empfaenger” ueberhaupt kennen… Dafuer kennt jetzt jeder den “Emailer” und den “Angeklagten”. Na, besten Dank auch!

Halllloooooo? Jemand zu Hause?
Ich koennte so Leuten stundenlang mit der Tastatur auf den Kopp kloppen. Mir reicht’s echt. Diese Leute wuerden sich in die Buxe kacken, wenn sie vor 98 Leuten  oder einer Eltern-Versammlung in der Schule das Wort ergreifen muessten und sie wuerden aus dem Stammeln nicht mehr rauskommen. Aber emails schreiben ist mal richtig Klasse. Da sieht mich ja keiner.

Sagt die halbanonyme Bloggerin und lehnt sich genuesslich zurueck. Ihr kennt mich ja nicht ;-) Aber ich ueberlasse Euch selbst, in meinen Blog zu klicken und zu lessen und muell nicht Eure Briefkaesten zu…

 

und froehlich pinkelt er im Stehen Mai 29, 2008

Gespeichert unter: Familie, Kinder, Thailand — thaimo @ 6:15

…der Sohn

Jetzt hab’ ich ihn aber mal erwischt, den Luemmel. Seit Tagen denken wir, dass unsere Hund einen Sockenschuss haben und sich vergnuegt in der Gaestetoilette, direkt neben der Kloschuessel, erleichtern. Es stank seit Tagen wir die Pest und wir schrubbten und rubbelten was das Zeug haelt, um den Gestank aus den Fugen heraus zu bekommen. Am naechsten Tag fand sich wieder eine Pipi-Lache genau vor’m Abfluss im Boden.

Nun sind die thailaendischen Toiletten so konzipiert, dass alles Wasser, welches hinein fliesst (egal wo’s herkommt), neben der Toiletten-Schuessel in einen Abfluss rinnt. Das erleichtert das Reinigen. Die Toiletten werden naemlich nur mit Frischwasser aus einem Schlauch ausgespritzt und sehen (ausser es handelt sich um einen meinen Farang-Haushalt) oftmals keinen wirklichen Reiniger :)

So floss denn auch das Pipi froehlich Richtung Abfluss und stank dort vor sich hin. Fragte mich schon, wie der dicke Hund seinen Popo so geschickt in die Ecke manoevrieren konnte… aber neee!!! War der geschickte Sohn, der kann richtig gut zielen (oder eben auch nicht).

Da er jetzt drei Tage krank zu Hause war, konnte ich ihn wieder zum „hinsitzen“ animieren und hatte auch gleich ein Gespraech mit der Lehrerin, um darauf hinzuweisen, dass falls jemand von den Thai-Assistentinnen mit meinem Sohn auf’s Klo gehen sollte, sie doch bitte darauf achten, dass er sich wieder hinsetzt, wie er’s schon immer getan hat… Ich weiss, das wird wahrscheinlich wieder gegen irgendwas kulturelles verstossen (weil man den Klogeist nicht sieht und ihm aus Versehen auf den Kopf pinkeln koennte, oder so was in der Art) aber das ist mir scheissegal. Ich habe keine Lust, die Verfehlungen meines Sohnes taeglich wegzuwischen. Tragischerweise hat naemlich unsere Maid Feierabend, wenn der Prinz nach der Schule nach Hause komm :) Also: setzen!!!

 

Entwicklung Mai 23, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 3:33
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Wir hatten ein wunderschoenes, authentisches Lieblings-Thai-Restaurant. Es war einfach: Plastikgeschirr, Plastiktische und -stuehle, aber das Essen war unschlagbar, der Spot atemberaubend.

Als ich meine Eltern in der letzten Low-Season dorthin schleifte, mit den Worten „ist sehr einfach und ein bisschen gewoehungsbeduerftig, um nicht zu sagen schaebig…“, fielen diese, meine Eltern, fast vom Glauben ab, denn wo wir zuvor im Sand sassen, blitzte uns eine betonierte Terrasse entgegen, das Wellblech war richtigem Holz gewichen, statt billigen Lichterketten kroente ein professionell kreiertes Lichtsystem das Spitzdach, die speckige einseitige Aufzaehlung von Gerichten war einer kreativen 8-seitigen Speisekarte im DINA 3 Format gewichen, wir assen von richtigem Porzellan und ueberall wurde gepflanzt, bewaessert, gemauert und geschraubt…

Das Essen war immer noch unschlagbar. Meinen Eltern musste ich mich erklaeren. Wahrscheinlich dachten die, meine Ansprueche sind in der Zwischenzeit dermassen ins Unermessliche gestiegen, weil ich dieses wirklich hochwertige Restaurant als schaebig bezeichnete :)

Gestern waren wir wieder da. Und mit Schrecken stellten wir fest, dass in der letzten High-Season genug Geld verdient wurde, um eine kleine Buehne zu bauen, die Belegschaft in schicke, thai-typische Uniformen zu stecken und ein, in allen Ecken und Winkeln laut vernehmbares, Soundsystem zu installieren. Und leider war dann auch immer noch genug Geld uebrig, um einen Allein-Unterhalter zu engagieren

Es war grausam! Und (@ Ami) ein Schuetzenfest-Sing-Sang von drittklassigen, gescheiterten Schlagersaengern, deren Engagements niemals ueber eine Schulauffuehrung hinaus gegangen sind, kann nicht schlimmer sein. Nein, wirklich nicht!

Der Spot ist immer noch atemberaubend, das Essen koestlich… aber ich war zum letzten Mal da!

 

Bananenkuchen fuer Burma Mai 23, 2008

Gespeichert unter: Familie, Kindermund, Thailand, Thailand — thaimo @ 2:23
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Stolze Ausbeute unserer gestrigen Gugelhupf-Baeckerei waren 4 dicke Bananen-Kuchen (mit Schokoglasur und Glitzerperlen im Prinzessinnen-Look) – der Bananenkuchen ist im uebrigen ein sehr beliebter Kuchen hier, den man ueber all kaufen kann. Aber meiner ist natuerlich der beste. Muss allerdings dazu sagen, dass das Rezept aus Remscheid stammt und ich mich an dieser Stelle mal tief *Nase-auf-Knie* vor Tunja Knisper verneige, die mir diese Rezept vererbt hat, welches nun auch von Thais ueber Generationen weitervererbt werden wird… aber zum Thema.

Wir backten (oder heisst das jetzt „bucken“?) fuer Burma.

Das funktioniert so: Die Kinder bringen selbstgebackenes oder gekauftes Gebaeck (wenn die Muetter Thais sind oder einfach keinen Bock oder keine Zeit auf Backen haben), Kuchen, Suesskram mit in die Schule. Alles kommt auf einen Tisch und dann duerfen die Kinder vom mitgebrachten Geld ihren eigenen Kuchen zurueck kaufen (so laeuft es jedenfalls bei meinen Kindern, denn Tochter 1 und Sohn wollen NUR IHREN Kuchen kaufen und essen). Das gesammelte Geld wird dann nach Burma gehen.

Die Kinder sind ganz aufgeregt, wollen helfen und Sohn ist fest davon ueberzeugt, dass sich ein Burmese von seinem Kuchen ein neues Haus bauen wird. Ich nehme ihnen die Illusion nicht, wenn ich auch denke, dass sich eher die Militaer-Junta neue Waffen dafuer kaufen wird. Wahrscheinlich waere die Aktion sinnvoller, wenn wir die vier Autostunden zur Grenze fahren und die Tupperschuesseln mit den Kuchen, dazu Reis und sauberes Wasser rueberwerfen wuerden… aber leider geht das nicht.

Es ist schon ein komisches Gefuehl, geografisch so nah an dieser Katastrophe zu sein, aber gefuehlsmaessig so weit weg. Vielleicht wirklich, weil einem tatsaechlich die Haende gebunden sind und weil einem der Bezug zu dem Land gaenzlich fehlt. Ich war noch nie dort. Mache mir keine Vorstellung unter welchen Bedingungen die Menschen dort leben. So nah und trotzdem so weit weg. Natuerlich ist es einfach, sich zurueck zu lehnen und zu sagen: „Man kann ja eh nichts tun! Die lassen ja niemanden rein…“ aber das Gewissen beruhigt das noch lange nicht.

Vielleicht habe ich deshalb gestern in einem Anflug von Hyperaktivitaet gebacken, gebacken, gebacken… wenigstens etwas.

Sohn hat seinen Kuchen ganz stolz in die Schule getragen und zu seiner Lehrerin gesagt: „Here! For the poor people. House kaputt! Reparieren!“

 

Burmesisch: Bob the Builder Mai 21, 2008

Gespeichert unter: Kindermund, Thailand — thaimo @ 2:20
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Als wir heute in die Schule gefahren sind, hielt ein Pick-up vor uns unvermittelt. Wir mussten ebenfalls stehen bleiben. Aus den Plantagen rechts und links sprangen vermummte Menschen mit prall gefuellten Saecken, Werkzeugen, Farbeimer… etwa 30 an der Zahl. Sie sprangen alle auf die Ladeflaeche des Pick-ups und der fuhr weiter.

Es waren Burmesische Tageloehner, die auf Feldern, Kautschukplantagen, Baustellen etc. arbeiten und die zur taeglichen Schicht abgeholt wurden. Unseren Kindern sind sie alltaeglicher Anblick auf den zahlreichen Baustellen der Insel (die gerade aufpoppt wie sonst noch was) und taeglich werden es mehr.

Und dann kam von hinten: „Mama, where are all the „Bob the Builders“ going?“ (Sohn, 3 Jahre)

…ne wat haben wir jelacht!

Ich erklaerte, dass das zwar alles „Builders“ seien, diese aber nicht alle „Bob“ heissen wuerden. Die haben alle eigene Namen. Wenn der Sohn also mal Builder werden wuerde, dann wuerde er „Sohn the Builder“ heissen. Darauf dann er: „Ne, Mama. I wanna be ‘Fireman Sam!‘“ Er hat’s nicht begriffen ;-)

 

Verrrrrrrrrrueckt… Mai 15, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 6:41

Ich habe mich heute eine Viertel Stunde in einem Golfcar ueber den Parkplatz des Krankenhauses fahren lassen, weil ich mein Auto nicht mehr gefunden habe. Und das kam daher, dass mein Auto vor der Firma stand und mit meinem Mann heute zur Arbeit gefahren ist. Da kann man mal sehen, welche koerperlichen und seelischen Qualen ein Frauen- und ein Zahnarztbesuch bei mir anrichten. Ich weiss nimmer wo ich bin, noch mit was oder wem ich bin. Bin ich denn noch ganz richtig im Kopf… jajaja, die Hitze weicht so einiges auf

 

Weiss nicht, was ich schreiben soll… Mai 2, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 4:23

ausser, dass mein Weight-Watchers-Online-Programm herzlich zu einer Abnahme von +3 Kilogramm gratuliert. Also, ich meine „plus“, „+“, „P.L.U.S.“, sprich: ich HABE 3 KILO MEHR ALS VORHER *heul, schrei* Koennen Computer haemisch grinsen? Irgendwie habe ich das Gefuehl, meiner tut dies zur Zeit. Ich hau dem gleiche eine rein…

Und das alles wegen der heimlich verputzten Schokolade unter der Bettdecke, den ekeligen von Fett triefenden Fish and Chips (in Neuseeland und in Australien), fehlendem Rumgehopse im Fitness-Studio und weil es so muckelich gemuetlich war in unserem Camper.

Ich bin total verfettet. Das meinte auch mein Trainer, nach dem ich gestern mein Fitness-Studio nach 6-woechiger Abstinenz wieder betreten hatte. Ich meine, er sprach es nicht aus, aber ich konnte foermlich sehen, wie er es dachte. Ich bekam sofort ein 2-stuendiges Intentiv-Personaltraining und bin jetzt nicht nur dick und unfoermig, sondern kann mich auch zusaetzlich nicht mehr richtig bewegen. „Aua Bauch!“