Thaimo’s Weblog

chaotisches, deutsches Familienleben in Thailand :)

ueber Sport und Toiletten Juni 18, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 1:27

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass bei internationalen Sportveranstaltungen niemals Thailaender in Erscheiung treten. Bisher hatte mich das eigentlich nicht verwundert, denn in jedem Reise-/Kulturfueher ist zu lesen, das der Thai an sich eher bewegungsfaul ist. Das sollte genug Erklaerung sein…

Aber es ist gar nicht so. Faehrt man nachmittags heim, ist die Landstrasse die zur Schule fuehrt voll von Joggern und Walkern. Am Wochenende hat hier ein Marathon stattgefunden und selbstverstaendlich waren viele Thais vertreten. Und, jetzt komme ich zum Punkt: wir waren am Wochenende auf einem Sprintmeeting auf dem 22 thailaendische Schwimmclubs vertreten waren. Unter anderem auch eben der Club, bei dem Tochter 1 schwimmt. Tochter 1’s war der einzige Multikulti-club, also alle Nationen vertreten (China, Thailand, Deutschland, Holland, Schweden, England, Italien, Philipienen… beliebig erweiterbar). In den anderen Clubs schwammen ausnahmslos Thai-Kinder (wobei manche, die wir dort sahen nicht mehr als Kinder durchgehen wuerden). Und die sind geschwommen…  wie junge Goetter. Wahnsinn! Wir waren total von den Socken.

Jetzt fragen wir uns: Wo sind diese Kinder in 2-3 Jahren, waehrend ein deutsches Kind in einem deutschen Schwimmclub mit solchen Zeiten in solchem Alter laengst in einem Nationalkarder schwimmen wuerde; mit Sponsoren, Sporthilfe, Sportgymnasium… blablabla.

Das Schwimmstadion in dem wir waren sah „ganz nett“ aus. Die Tribuenen waren aus Beton (wir hatten alle Kissen dabei), aber da steht man drueber (auch nach 10 Stunden sitzen). Leider gab es fuer 800 gemeldete Schwimmer nur 4 Duschen und die waren in einer unterirdischen Katakombe versteckt. Dort befanden sich auch die Toiletten, wenn man so was denn als Toilette bezeichnen moechte.

Daran, dass es auf thailaendischen Toiletten keine Klospuelung gibt, haben wir uns schon gewoehnt.  Wir kippen wie selbstverstaendlich Wasser nach. Daran, dass niemals Klopapier da ist auch. Wir nehmen das Klopapier mit rein (und auch wieder raus… denn Klopapier wird hier niemals in die Toilette geworfen, die Rohre sind zu klein) Also, Klopapier in den dabei stehenden Muelleimer. Der war aber leider nicht vorhanden. So musste man das Papier nach draussen tragen und in den Muellsack (draussen) schmeissen. Sehr lecker! Wollt ihr wissen, wie die Thais sich „saeubern“? Ohne Papier! Mit einem Schlauch. Der haengt bei jeder Thai-Toilette daneben… Ich versteh’s auch nicht wirklich und durfte noch nie jemanden zugucken, aber ich frage mich, wie die sich dann wieder untenrum trocknen…??? Gut, dass unsere Kinder auf einen intern. Schule gehen. Da haben sie die sogenannten „Western-Toiletts“. Ganz praktisch zum abziehen, abputzen und hinsetzen ;-)

Habt ihr schon mal einen thailaendische Toilette gesehen? Das ist einfach eine ca. 20 cm hohe Schuessel auf dem Boden mit Tritten an der Seite, auf die man steigt. Dann muss man sich sehr tief buecken und los… ich sag Euch… Es ist einfacher bei einem Waldspaziergang hinter einen Busch zu kacken und kein Klopapier zu haben. Ich weiss immer noch nicht, ob man eigentlich Richtung Wand oder Richtung Tuer schauen sollte und wie die Thais das hinbekommen sich nicht alles vollzupinkeln.

Und jetzt stellt Euch die Tochter 1 (8 Jahre) mit Badeanzug vor, die mal noetig muss und bisher Thai-Toiletten verweigert hat (wer kann’s ihr verdenken). Wir haben es geschafft, aber ich musste mit und es war gar nicht so einfach… das naechste Mal gehen wir wieder hinter den Buch.

Wir wissen gar nicht, wie gut wir es haben… in Deutschland!

 

der etwas andere Buchtip fuer geplagte Muetter Juni 12, 2008

Gespeichert unter: Kinder, Thailand — thaimo @ 1:46

Ich lese gerade ein Buch, dass mich ueber viele Umwege aus einem fernen Land erreicht hat – internationale Blogger-Community sei Dank.

Geschrieben, von einer Frau, die nicht nur selber Mutter und praktizierende Buddhistin, sondern sogar Zen-Meisterin ist.

Dieses Buch ist kein „Erziehungsratgeber“ und auch keine „seichte Einschlaflektuere“ (mich strengt’s jedenfalls an es zu lesen… vielleicht weil ich immer gleich alles ausprobieren muss, z.B.:

- schon mal ein Kinderbuch ‘gesungen’ statt ‘vorgelesen’? -

Aber das Buch gibt einem eine andere, oft entspanntere Sichtweise auf Dinge und entschaerft so manche Sorge. Und wie sagt Momma Zen (dies ist ein Link – auf den kann man Klicken, Mutti ;-) so schoen: Schwierigkeiten kann man haben, aber die muss man loesen, dann stellen sie kein Problem dar :)

Ohhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhm!

So easy geht’s, Leute!

…und hier geht’s zum Buch „ZEN oder die Kunst Mutter zu sein“

 

Fette Maedchen Juni 12, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 1:27

Sohn (3) steigt aus dem Auto aus und sagt so mehr im Voruebergehen: „Mie mag fette Maedchen“ (Mie = ich, is englisch!) Ich gucke ganz erschreckt an mir herunter und kann nicht glauben, dass er mich meint. NEIN! GOTT SEI DANK. ER MEINT NICHT MICH. *Schweiss von der Stirn wisch*

Ich frage noch mal nach und er lacht und schreit: „Ja, ja. Mie mag fette Maedchen!“ Im Parkhaus, wie peinlich… und wie das gehallt hat. Fast war ich versucht ihm den Mund zu zu halten. Was sollen denn die Leute…

Jetzt ueberleg ich die ganze Zeit, wie der kleine Kerl darauf kommt. Wir benutzen das Wort „fett“ naemlich nicht (ausser bei Wurst und Milch oder so). Ich kann mich auch nicht erinnern, jemals einen Menschen (egal wen) als solches bezeichnet zu haben – weder in Wort noch in Schrift. Allerdings ist „fat“ in englisch ja auch „dick“. Wenn also jemand sagt: „You are so fat!“ ist das zwar etwas unhoeflich, aber nicht so schlimm als wenn ich zu meiner Freundin sagen wuerde: „Boah, biss Du fett, Alde!“ Aber egal. Ich recherchiere gerade wo das herkommt… und da hab’ ich’s.

Ich glaube es sind die dicken Bollerbeinkes von seiner Freundin, ueber die wir Muetter schon mal gerne Witzkes machen. Das lassen wir wohl jetzt mal besser. Sohn wird hier eh von niemanden verstanden, wenn er weiterhin seine Vorlieben ausposaunt (wir koennen ihn ja schon kaum verstehen), aber ich will nicht, dass unser Sohn durch die Gegend rennt und von sich behauptet „fette Maedchen“ zu moegen. „Dick“ oder „pummelig“ lass ich ja noch angehen… aber „fett“. Naehhhhhh, dat wollen wir nich!

Und nur nebenbei. Die Freundin hat die schoensten Bollerbeinkes auf der Welt und die ist ueberhauptzgarnich dick – nur, falls das jetzt jemand denken sollte. Ausserdem ist die die schoenste kleine Frau auf der Welt und Sohn hat ihr sogar schon Blumen geschenkt; SO SCHOEN IST DIE!!!

 

Ampelfarben Juni 5, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 3:51

„Mamaaaaaah? Wer hat eigentlich mal bestimmt, dass die Ampelfarben rot, gelb, gruen sind? Und warum ausgerechnet rot fuer ’stop’ und gruen fuer ‘go’?“

Mutter schweigt. Ich habe laengst nicht auf alles eine Antwort. Da muss ich erstmal googlen.

Kind faehrt mit dem Monolog fort: „Aaaaaaaaaaahhh, ich weiss: Rot wahrscheinlich wegen Blut = Gefahr = Stop und gruen wegen ‘lahhhlalahhhhh dum di dum’ (sie verfaellt in eine Sing-Sang) = Natur = achja, dann fahr ich mal…“

Und dann stell ich sie mir als Greenpeace Aktivistin vor (oder jetzt der neue Berufswunsch: Biologin – weil im Spiegel ein Artikel ueber ‘Eltern mit unerfuelltem Kinderwunsch’ war), wie sie ‘lahhhlalahhhhh dum di dum’ ueber gruene Wiese schwebt, mit Grashalm zwischen den Zaehnen, galoppierende Pferde im Hintergrund, Gaensebluemchenkranz im Haar…. mein Blumenkind!!!

Ihr wundert Euch wohl, warum ich gerade so viel schreibe??? Mein Mann und mein Chef sind beide nicht da. Ich hab’ sooooo viel Zeit ;-)

 

Aua, Yoga! Juni 4, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 11:37
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Ich mach ja jetzt in Yoga :) Aua! Ich bin ja doch eher der Mannschaftssportler, der nach getanem Werk ein Bierchen mit den Maedels zischt und bei dem beim Sport „was passieren muss“ (also Berg-runter-zischen, Berg-rauf-klettern, Tore-werfen, Bahnen-schwimmen oder sonst was tolles). Das ICH mal Yoga mache… never! Jetzt ist es aber passiert! *danke, Andrea* Und was soll ich sagen: suuuuuuuuuuper! Ich hab’ den Dreh noch nicht so richtig raus, aber ich habe auf jeden Fall schon mal Schmerzen an Stellen, an denen ich gar nicht wusste, dass der Mensch da Muskeln hat (seitlich am Hals, unter den Armen… ehrlich! wahnsinnn!)

Natuerlich bin ich, wie immer, diejenige, die nicht die Beine gerade halten kann, die nicht mit den Haenden auf den Boden patschen kann, die nicht die Arme unter die Beine, dabei xy umfassend nach vorne sich verbiegend und diejenige, die eben steif ist, wie ein Brett. Aber nachdem ich meine 2. Yoga Stunde mit 4 noch steiferen Herren verbrachte (nachdem die 1. Stunde mit zwei biegsamen Gummi-Thai-Maedchen sehr deprimierend war) fuehle ich mich schon viel besser. Ich muss zum „Yoga for beginners“, da sind die Maenner. Nicht zu dem „Power-Gummi-Yoga“, da sind die Maedels. So viel hab ich schon begriffen :)

 

philipinische Erziehungshilfe Juni 4, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 1:51

Tja, liebe Freundinnen, ihr jammert, weil sich Schwiegis und Eltern in die Erziehung Eurer Kinder einmischen? Ha, da habe ich noch was ganz anderes zu bieten. Bei mir mischt meine phillipinische Maid kraeftig mit. Es geht um das, zuvor schon erwaehnte, Fahrrad fahren.

Sie koenne gar nicht verstehen, warum ich das arme Kind mit dem Fahrrad zur Schule schicke. Sie habe gestern sehr lange mit ihrem Mann darueber diskutiert, aber ihnen ist nicht eingefallen, warum ich denn so handle, wie ich nun mal handle. Ihr Mann habe immer so Mittleid, wenn er auf dem nach Hauseweg Kind 1 (9 Jahre) auf’m Fahrrad sieht (er ist der Chauffeur von unseren Nachbarn). Und er moechte fast anhalten und das Rad auf den Pick-up schmeissen und sie mitnehmen. Wir reden hier von einem Weg von nicht einmal 1,5 km, was nach Adam Riese 1500 m sind und was Kind 1 im 1. Schuljahr in Deutschland locker allein gelaufen ist. Man muss auch dazu sagen, dass wir eher laendlich wohnen und der Schulweg nicht mit einer asiatischen Hauptstrasse im Zentrum von Bangkok zu vergleichen ist. Eher mit einer schlecht ausgebauten Landstrasse in „irgendwo in Deutschland“.

Ach herje… Es folgte einen 30-minuetige Disskussion ueber Selbstaendigkeit, Sicherheit, Erwachsen werden, was-weiss-ich. Im Laufe des Gespraechs ging mir auf, dass die zwei tatsaechlich sehr entruestet darueber sind, dass ich das Kind nicht mit dem Auto fahre. Meine Maid hat sogar angeboten nachmittags laenger zu bleiben und auf die anderen Kinder aufzupassen, damit ich Kind 1 schoen gemuetlich hin- und herkutschieren kann und keinen Stress habe, die Suesse!

HALLO?! Jemand zu Hause??? Das WILL das Kind doch gar nicht. Im Gegenteil. Das Kind ist kackenstolz und pupszufrieden und ich pruegel sie nicht auf das Fahrrad, da geht sie ganz von selber drauf. Andere Laender, andere Sitten. Auf den Phillipinen gaeb’s das nicht. Da wird gewacht, bis das Kind 18 ist. Mindestens. Und dann legen die „Kinder“ los… darum ist die Tochter meiner Maid ja auch jetzt mit 18 Jahren schon selber Mutter. Da hat sie das Kind dann mit 18 Jahren mal mit dem Fahrrad losgeschickt und „schwups“ :) kamen sie zu zweit zurueck, oder wie?

Ich bemerke jedenfalls einen unglaublichen Sprung im Selbstbewusstsein und Auftreten meiner Tochter und unterstuetze jeden Zentimeter „Freiheit“ den sie sich erradelt, erlaeuft oder erschwimmt ;-)

 

Jaaaaaaaaaaaaaah, wir san mim Radel da… Juni 2, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 1:09

…ich bin ja sooooooo stolz. Unsere Tochter (9) faehrt jetzt 2 mal die Woche mit dem Fahrrad zur Schule, genauer gesagt zu ihrem Schwimmtraining. Ist nix dabei, denkt ihr? Doch, ist’s… wenn man hier wohnt, wo Kinder nur noch von Tuer zu Tuer gefahren werden, niemals zu Fuss gehen und wenn sie denn mal 10 m laufen muessen, von einer Nanny begleitet werden, die die Schul- oder Sporttasche traegt.

 

Brotbackmischung Juni 1, 2008

Gespeichert unter: Thailand — thaimo @ 4:45

Die hatte mich so angelacht, die Brotbackmischung. Ich bin sicher, dass es die erste ihrer Art in einem phuket’schen Supermarkt war. Ich habe dann gleich zwei eingepackt (mehr waren eh nicht da).

Gestern abend dann:

„He, wer hat Lust mit zu machen? Wir backen jetzt Brot selber?“

Lene: „Cool! Wie die Bauern!“ *schmunzel*

Hat eigentlich auch alles super geklappt, bis… ja bis der Zeiger von meinem scheiss Backofentimer auf der letzten Minute haengen geblieben ist (hatte ihn auf 20 Minuten eingestellt und bin ins Bett gegangen). Wie kann denn so was passieren. Um 12 Uhr bin ich dann aufgewacht und konnte nur noch ein Stueck schwarz verkohltes Brot aus dem Backofen kratzen. Die Enttaeuschung heute morgen war riesengross