Ami schreibt ueber Entscheidungen… ich auch – ganz aktuell bei uns
Wenn ich in meinem Forum immer solche Sachen lese, wie „soll mein Kind tatsaechlich eine Klasse ueberspringen?“, „Wir wechseln die Schule: ALARM!“ klicke ich das immer weg. Interessiert mich nicht. Genauso wenig wie die zahlreichen „Hochbegabten-Alarme“ in meinem Umfeld, Familie, Freunde, etc. Gibt es eigentlich noch normale Kinder??? Ja, meine! Sportlich aktiv, interessiert, rotze frech manchmal, aber eigentlich ganz normal. Mein Erziehungsmotto ist „dreckig aber glucklich“ und was Individualfoerderung angeht, habe ich bereits beim ersten Kind das Handtuch geschmissen, nachdem meine Pekip-Nachbarin unentwegt von dem ach so interessanten Job ihreres Gatten erzaehlte, nur um dann zu fragen „und was macht Deiner“ *uahhhhhhhhhhhhhhhh* Weiter geht’s dann mit den geruempften Nasen, weil meine Kinder keine Intrumente spielen (bis jetzt!) und weil wir (gegeben durch die geographische Lage) ausser schwimmen, rennen und biken den Kindern nicht wirklich viel Amusement anbieten koennen. Egal, ich les so was nicht. Fertig! Aber haette ich mal, dann wuesste ich jetzt in der folgenden Sache auch eher, wie zu entscheiden ist, wenn’s denn ueberhaupt meine Entscheidung ist.
Hier hat eine neue Schule aufgemacht – amerikanisches Curriculum, K12 wird das System nach dem gelehrt wird genannt. Wie die jetzige Schule eine private Einrichtung auf Gewinn geeicht :( Aber so ist das in der freien Marktwirtschaft. Ist aber auch egal. Wir wollen ja alle Geld verdienen!
Wir waren gestern dort, haben viel geredet und erfahren. Tolles Gespraech, mit einem Rektor, der kein Lehrer ist, sonder Psychologe (Diagnostik und Assesment… sehr vielversprechend) Die Kindern wuerden in ein „internationaleres“ Bewertungssystem rutschen, was uns wiederum weitere Umzuege ins Ausland erleichtern wuerde (auch einen Umzug nach D, wenn’s denn so sein sollte – oder vielleicht doch USA oder Usbekistan ;-). Das finden wir natuerlich positiv. Die Schule ist kleiner, familiaerer, enthusiastisch, alles toller, feiner, schoener…
ABER: meine Kinder fuehlen sich wohl, da wo sie sind. Sie sind ok. in der Schule. Sie haben einen riesen Spass und tolle Lehrer (der aber jedes Jahr leider wechselt – kann im September naechsten Jahres schon anders aussehen). Problem: wir wissen nicht, wie sie international stehen, bzw. bekommen keine international gueltigen Zeugnisse oder Grades, trotzdem die Schule britisch ist. Irgendwie alles ein bisschen schwammi. Mit dem „Wischi-Waschi-Zeugnis“ koennte ich meine Kinder in keiner anderen Schule der Welt anmelden. Sie wuerden ueberall Assessments machen muessen. Da koennte es dann das boese Erwachen geben, weil man seit drei Jahren liest „she is well, doing fine, trying hard“ und dann stellt man fest, sie ist 2 Jahre zurueck.
Ich sorge mich halt jetzt, dass bei einem evtl. Umzug ein Assessment-Urlaub ansteht, bei dem ich wochenlang von Schule zu Schule reise, um meine Kinder Aufnahmepruefungen machen zu lassen. Laeuft das so?
Eigentlich wuerde ich die Schule nicht wechseln wollen, weil alle happy sind, aber man will ja schon mal Noten oder irgendwas in der Hand haben. Und happy sein ohne messbare Leistung zu erbringen… oehhhh, ja, nee! Dafuer ist Schule ja nun nicht da.
Wie laeuft das eigentlich bei Waldoerflern. Die kriegen doch auch keine Noten. Was, wenn ein WD in eine staatliche deutsche Schule wechselt? Der hat doch dann auch kein Zeugnis. Muss der dann eine Aufnahmepruefung absolvieren.
Bin ganz hin und her gerissen. Die Kinder machen jetzt mal eine Aufnahmepruefung, nur um zu gucken, wo sie stehen (nach amerk. Curriculum) und je nach dem, wie sie es empfinden, wuerde ich jedes einzelne Kind gerne selber entscheiden lassen, ob es wechseln will, oder nicht.
Ist das schlau?