Mutter: „Was ist denn so ‘in’ in Deutschland? Erzaehl doch mal!
Tochter: „‘Germanys next Top Model’ und ‘Deutschland sucht den Superstar’ und… Mama, was soll das? Du hast doch selber mehr als 25 Jahre in Deutschland gelebt, da muesstest Du doch wissen was es da gibt.“
*fuer die 25 Jahre knutsch’ ich sie erst mal ;-) waren schon ein paar mehr*
Mutter: „Aber ich will doch wissen, was JETZT ‘in’ ist. Was hoeren die Maedels denn so fuer Musik?“
Tochter: „Irgend so ein deutscher Saenger… sehr cool… weiss nicht wie der heisst… das Lied?… irgendwas mit ich geh eine Strasse.“
*???*
Ein Anruf in Deutschland klaert alles auf. Handelt sich um Peter Vox. Habe ich natuerlich noch nie gehoert. Musik wird sofort organisiert und ich hoere gerade rein…
Oehm… ja!?
Ich find die Musik klasse. Tolle Texte und guter Sound. Genau mein Geschmack. Ich fuehl’ mich auch ein bisschen „jung“, weil ich die gleiche Musik toll finde, wie meine Tochter *grins*
Aber Leute, Leute!!! Die Sprache – Wow! Und das hoert meine Tochter…? Diese Sprache bin ich tatsaechlich nicht mehr gewoehnt. Dabei habe ich glaube ich frueher selber mal so gesprochen *lach*
Alles was meine Kiner hier an deutschen, sprachlichen Einfluessen abbekommen ist das, was WIR ihnen mitgeben. Das ist weitestgehend Hochdeutsch, mit Wuppertaler Akzent, das sind manchmal Schimpfworte aber so gut wie keine Faekalsprache (das machen wir nur, wenn die Kinder nicht das sind ;-) Und Fernsehen beschraenkt sich in Deutsch auf ‘Biene Maja’ und ‘Kleiner Rabe Socke’ und ‘Augsburger Puppenkiste’ und ‘Astrid Lindgren’ und … und … alles paedagogisch wertvoll.
Damit meine ich, dass sich der Kinder Schimpfwoerter- (oder ’schlimme Woerter’-) Archiv sehr begrenzt. Wir reden selten ueber die verschiedenen Formen des Drogenmissbrauchs (wir zeigen’s ihnen ;-) noch benutzen wir Kunstwoerter fuer ‘Geschlechtsverkehr’ und reden staendig drueber :)))
Also, diese Sprache des Herrn Vox bin ich tatsaechlich gar nicht mehr gewoehnt. Ehrlich! Und ich frag’ mich, ob meine Tochter das alles ueberhaupt versteht. Da fehlen, glaube ich, ein paar existentielle Vokablen :) Wie frisch’ ich das denn jetzt auf???
Jetzt kann ich aber auch ein bisschen die native speakenden Muetter verstehen, die sich noch vor kurzem ganz fuerchterlich bei mir erzuernten, weil meine Kinder „Lilly Allen“ hoeren duerfen (und ihre Kinder so mit auch, wenn sie bei uns zu Besuch waren). Das ginge ja wohl gar nicht! Solche schlimmen Texte. Ich: „Haeh? Welche Texte… ?“
Tatsaechlich hoere ich bei dem Englischen Getraeller nicht immer soooo genau hin. Ich muesste mich ja dazu voll anstrengen und uebersetzen. Und wenn ich Musik hoere, dann will ich entspannen oder tanzen und kein Englisch lernen, gell? Und wie meine Tochter vielleicht die naechsten Jahre nicht weiss welches Geheimnis sich hinter dem Wort „poppen“ versteckt, so hat die Mutter keine Ahnung was Lilly Allens Bruder so in seinem Zimmer alles anstellt.
Will ich auch nicht wissen. ICH WILL TANZEN!!!